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FC Bayern: Uli und das Pensionat für Mädchen

FC Bayern

Uli und das Pensionat für Mädchen

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    Uli Hoeneß will nicht ins Mädchenpenionat.
    Uli Hoeneß will nicht ins Mädchenpenionat. Foto: dpa

    Diese Woche ist wieder einmal jener Ort aufgetaucht, den Teile der Männerwelt für die Hölle halten, wenigstens aber für den Hort alles Unmännlichen: das Mädchenpensionat. Weil naturgemäß kaum ein Mann weiß, wie es in Mädchenpensionaten zugeht, wandert die Vorstellung davon ungeprüft von Vätern zu Söhnen und irgendwann zu Uli Hoeneß.

    Ohne es zu wissen, nehmen wir an, dass die frühe literarische Thematisierung des Pensionatwesens im Roman „Julchen Grünthal“ nicht die Grundlage für die Vorstellung des Bayern-Managers vom Mädchenpensionat ist.

    In Hoeneß’ Vorstellung vom Mädchenpensionat schweben viel mehr blassgesichtige Mädchen in weißen Kleidern kichernd lange Gänge entlang, ehe sie im Musizierzimmer ankommen, wo sie eine noch blassgesichtigere Klavierlehrerin im grauen Faltenrock erwartet. Schülerin und Lehrerin begrüßen sich mit Handschlag, und genauso verabschieden sie sich wieder.

    Selbst nach drei qualvollen Stunden Tonleiterübens käme die Schülerin nicht auf die Idee, wortlos an ihrer Trainerin vorbei dem Ausgang zuzustreben. Wer geht, verabschiedet sich. Eine Errungenschaft menschlicher Sozialisation, die nicht nur in Mädchenpensionaten gepflegt wird.

    Trotzdem sind sie es, die wieder leiden müssen. Den wort- und grußlosen Abgang Franck Ribérys, vorbei am verdutzten Jupp Heynckes verteidigte Hoeneß mit dem Hinweis, man sei schließlich in keinem Mädchenpensionat.

    Hoeneß, der in einer Ulmer Metzgerei zwischen Schweinehälften aufgewachsen ist, teilt die Welt in Bayern und den Rest, in Wurstbetriebe und Mädchenpensionate, in Sieger und Verlierer. Dass er sich auch für Verlierer engagiert, ist eine andere Geschichte.

    Erst einmal müssen die Diven des Münchner Ensembles wieder lernen, auch unter Druck Anstand zu zeigen. Es könnte nämlich sein, dass nach dem sonntäglichen Treffen mit dem FC Schalke 04 das respektvolle Miteinander weiter gefährdet ist. Am besten wäre ein kurzes Trainingslager in einem strengen Mädchenpensionat. Aus naheliegenden Gründen ist davon allerdings abzusehen. Sicherer ist es, die alte Klavierlehrerin mit dem grauen Faltenrock für den Benimm-Unterricht zu engagieren.

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