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DFB-Pokal: „Wie Beton“

DFB-Pokal

„Wie Beton“

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    BVB-Trainer Jürgen Klopp war mit dem Platzzustand in Kiel alles andere als zufrieden.
    BVB-Trainer Jürgen Klopp war mit dem Platzzustand in Kiel alles andere als zufrieden. Foto: Christian Charisius dpa

    Mit einer Schimpfkanonade auf „Football on Ice“ hat Jürgen Klopp die nationalen TV-Sender aufgescheucht und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) unter Druck gesetzt. „Unter normalen Umständen war dieser Platz nicht zu bespielen. Aber der Schiedsrichter hatte keine Handhabe für eine kurzfristige Absage, weil es ein Live-Spiel im Fernsehen war“, wetterte Jürgen Klopp trotz des standesgemäßen 4:0 (2:0) von Borussia Dortmund  im Pokal-Viertelfinale bei Holstein Kiel über die irregulären Platzverhältnisse. Er wolle „ja nicht wie ein schlechter Verlierer“ wirken, ergänzte Sieger Klopp, aber die Verletzungsgefahr sei „zu groß“ gewesen und der DFB daher in der Pflicht.

    „Im Winter gehört eine Rasenheizung dazu. Das muss Pflicht sein. Da muss der DFB reagieren. Und wenn es keine Rasenheizung gibt, muss eben woanders gespielt werden“, forderte er. „Man spielt auch nicht Eishockey auf Rasen. Das ist im Profi-Fußball nicht in Ordnung.“

    Während sich der DFB nach Klopps Tiraden „mit der Frage, ob eine Anpassung der Durchführungsbestimmungen sinnvoll wäre“, beschäftigen will, wies die ARD den Vorwurf vehement zurück, auf die Austragung des Pokalspiels gepocht zu haben. „Unser Einfluss ist null, null Komma null“, erklärte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky am Mittwoch. „Der Schiedsrichter stimmt sich nicht mit uns ab, und das völlig zu Recht.“

    Das ist Borussia Dortmund

    Der vollständige Name von Borussia Dortmund lautet Ballspielverein Borussia 09 e.V. Dortmund. Gegründet wurde der Verein am 19. Dezember 1909.

    Heimspielstätte der Borussen ist der Signal-Iduna-Park. Die Arena trug früher den Namen Westfalenstadion und fasst heute bis zu 80.720 Zuschauer.

    Borussia Dortmund wurde acht Mal Deutscher Meister. Die Titel gewann der BVB in den Jahren 1956, 1957, 1963, 1995, 1996, 2002, 2011 und 2012.

    Der Verein gewann außerdem die Champions League (1997) und den DFB-Pokal (1965, 1989 und 2012).

    Der höchste Heimsieg gelang am 6. November 1982 gegen Arminia Bielefeld (11:1). Die höchste Heimniederlagen kassierten die Borussen gegen den SV Werder Bremen (1971/1972) und gegen den FC Bayern München (2009/2010) mit je 1:5.

    Borussia Dortmund war in der Saison 1991/1992 19 Spiele in Folge ungeschlagen. Die Serie hielt vom 12. bis 30. Spieltag.

    Zu den bekanntesten Ex-Spielern Dortmunds zählt Andreas Möller. Er spielte insgesamt sechs Jahre in Dortmund und war berüchtigt für seine "Schutzschwalbe".

    Neben Andy Möller zählt DFB-Sportdirektor Matthias Sammer zu den bekanntesten ehemaligen Dortmundern.

    Es gab und gibt Fan-Freundschaften zu anderen Fußballvereinen. Dortmund ist mit Celtic Glasgow, Glasgow Rangers, Hamburger SV, SC Freiburg, Karlsruher SC, Saarbrücken und 1860 München verbandelt.

    Wo Freunde sind, gibt es auch Feinde: Die Fans von Dortmund und Bayern München sind einander hochgradig abgeneigt.

    Immerhin 5,79 Millionen Fußballfans hatten das Match im Ersten verfolgt. Balkausky widersprach auch der Vermutung, dass TV-Sender Druck auf Veranstalter von Sportereignissen ausüben, die im Fernsehen gezeigt werden. „Das ist eine große Mär. Wir entscheiden nicht, ob irgendwelche Sportveranstaltungen stattfinden.“

    Der TV-Mann betonte, dass für Ausfälle Ersatzprogramme bereitgehalten werden. Bei einer Absage des Kieler Spiels hätte die ARD einen Film gezeigt. Laut Balkausky fallen wegen der Kälte auch Spiele in der 3. Liga aus, die in der ARD-Sportschau am Samstag gezeigt werden sollen. DFB-Mediendirektor Ralf Köttker war um Deeskalation bemüht: „Wir haben durchaus Verständnis und alle das gemeinsame Interesse, die bestmöglichen Bedingungen zu schaffen.“

    Die Verantwortlichen der Kieler hatten alles Erdenkliche getan, um nach den Cup-Coups gegen Cottbus (3:0), Duisburg (2:0) und Mainz (2:0) auch das „Spiel des Jahres“ gegen den Meister im kleinen Holstein-Stadion absolvieren zu können.

    Klima-Zelt statt Rasenheizung

    Da die Arena aber über keine Rasenheizung verfügt, wurde wie vor dem Mainz-Spiel im Dezember ein 8000 Quadratmeter großes Klima-Zelt gemietet. Erst drei Stunden vor Anpfiff wurde es entfernt, und das kürzlich frisch verlegte Grün wirkte wie ein Teppich.

    Allerdings lag in den Nächten zuvor die Temperatur bei minus zehn bis minus 15 Grad, sodass das Spielfeld an einigen Stellen weich und an anderen „wie Beton“ (Klopp) gewesen sei. „Da brauchst Du in der Mitte Noppen, außen Bürsten – solche Schuhe gibt es gar nicht“, meinte Trainer-Zeugwart Klopp.

    Die zehn teuersten Transfers der Fußball-Bundesliga

    Platz 10: 2008 bezahlte der FC Bayern München rund 12 Millionen Euro für den brasilianischen Innenverteidiger Breno Vinicius Borges. In den Top Ten der teuersten Bundesliga-Transfers belegt der Jungstar damit den letzten Platz.

    Platz 9: Auch der vorletzte Platz geht auf das Konto des FC Bayern München. 2004 legte der Verein 12 Millionen Euro auf den Tisch, um den brasilianischen Weltmeister Lucimar da Silva Ferreira, genannt Lúcio, verpflichten zu können. Zuvor hat der Abwehrspieler für Bayer 04 Leverkusen auf dem Platz gestanden.

    Platz 8: Um die 13 Millionen Euro hat der FC Bayer München 2007 für Miroslav Klose ausgegeben, der zu diesem Zeitpunkt noch bei Werder Bremen unter Vertrag stand. Wenn das mal kein Schnäppchen war!

    Platz 7: Für sage und schreibe 14 Millionen Euro hat der VfL Wolfsburg den italienischen Abwehrpieler Andrea Barzagli gekauft. Vorher hat Barzagli für den US Palermo gespielt. In der Top Ten der teuersten Bundesliga-Transfers ist das eine der wenigen Übernahmen, die nicht vom FC bAyern München getätigt wurden.

    Platz 6: 2007 wechselte Marcell Jansen für satte 14 Millionen Euro vom Bundesliga-Absteiger Borussia Mönchengladbach zum FC Bayern München. Der Linksverteidiger blieb allerdings nicht lange. Bereits im darauffolgenden Jahr nahm ihn der Hamburger SV unter Vertrag.

    Platz 5: Der tschechische Mittelfeldspieler Tomáš Rosický war dem BVB 14,5 Millionen Euro wert. Der Transfer von Sparta Prag zu Borussia Dortmund erfolgte 2001.

    Platz 4: Roy Makaay kam den FC Bayern München 2003 teuer zu stehen. 19,75 Millionen musste der Verein für den Mittelstürmer aus Holland an Deportivo La Coruna bezahlen. Die Verhandlungen haben sich sehr lange hingezogen. Außerdem wurden diverse Gewinnbeteiligungen gefortdert.

    Platz 3: Franck Ribéry wechselt 2007 von Olympique Marseille zum FC Bayern München. Der Verkauf brachte den Franzosen angeblich 25 Millionen Euro ein. Über die genaue Summe bewahren die Vereine Stillschweigen.

    Platz 2: Für den Brasilianer Márcio Amoroso hat der BVB 2001 tief in die Tasche gegriffen. Die Borussen machten rund 25,5 Millionen Euro locker, um seinen Wechsel vom AC Parma ins eigene Team zu finanzieren. Damit belegt er in der Top Ten der teuersten Bundesliga-Transfers den zweiten Platz.

    Platz: Den teuersten Transfer in der Geschichte der Fußball-Bundesliga leistete sich 2009 der FC Bayern München. Der Verein bezahlte stolze 30 Millionen Euro an den VfB Stuttgart für Mario Gómez. Gleich im ersten Pflichtspiel erzielte der Neuzugang zwei Tore.

    Seine Asse stellten sich wie von ihrem Trainer gefordert („Notfalls hätten wir auch auf dem Parkplatz gespielt“) den schwierigen Bedingungen und spulten ihr Programm konzentriert und routiniert herunter.

    Nach Toren von Robert Lewandowski (11.) und Shinji Kagawa (18.) war früh alles klar. Lucas Barrios (80.) und Ivan Perisic (87.) trafen später ebenfalls.

    „Der Rasen war gut, das Problem war der Boden darunter. Es war eine Kunst, darauf zu spielen. Aber wir haben den Platz angenommen, weil wir unbedingt zum Pokalfinale nach Berlin wollen“, sagte Nationalspieler Mats Hummels. Er blieb auch auf rutschigen Geläuf standfest. Das gilt auch für seine Meinung, dass der BVB sein erstes Double der Klub-Geschichte anstrebt. „Wenn man in zwei Wettbewerben vorne dabei ist, sollte man auch das Ziel haben, beide zu gewinnen.“ dpa

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