Beim FC Augsburg hat sich ein kleines Untier eingenistet. Beim Wühlen ist der Maulwurf aber bisher nur auf Fakten gestoßen, die die schottische Mentalität des FCA bestätigen. Von Franz Neuhäuser

Zwei Dinge zeichnen Dasein und Wirken eines Maulwurfes aus: Selbst der aufmerksamste Beobachter bekommt ihn nur ganz, ganz selten zu sehen. Seine Spuren aber fallen allen umso deutlicher ins Auge. Besonders Freunde gepflegter Rasenflächen verzweifeln regelmäßig an diesen Charakteristika.
Auch diejenigen, die – im übertragenen Sinne – gerne die Dinge unter einer möglichst sauberen, glatten Decke halten wollen, sind verärgert, wenn ein Maulwurf seinem Wesen entsprechend wirkt. Wenn er also Verborgenes ins Sichtfeld der Öffentlichkeit buddelt.
Auch beim leidgeplagten, weil Luhukay-losen FC Augsburg hat sich jetzt anscheinend ein solches Untier eingeschlichen. Gestern jedenfalls veröffentlichte die Bild-Zeitung, weltweit führend in der Aufzucht und Pflege von Maulwürfen, einige interessante Zahlen.
Dass Trainer Jos Luhukay nächste Saison ein Grundgehalt von 470 000 Euro erhalten sollte, dass er, wenn sein Team wieder 38 Punkte gesammelt hätte, weitere 250 000 Euro bekommen sollte, plus eine Nichtabstiegsprämie von 85 000 Euro – das haben bislang wohl nur ganz, ganz wenige Personen gewusst. Und einer von denen hat sich jetzt maulwurfmäßig betätigt.
In dem Fall dürfte das Tun des unterirdischen Arbeiters dem FCA aber wenig Schaden zufügen. Außer dass die Augschburger nun endgültig als die Schotten der Liga dastehen. Rund 800 000 Euro für einen Trainer. In der Bundesliga. Im Jahr, nicht im Monat, nix durcheinanderbringen. Wenn diese Zahlen stimmen (wofür es keine Bestätigung gibt, weil wir den Maulwurf nicht sehen und nicht wissen, ob er ein seriöser Vertreter seiner Art oder ein Hallodri ist), wenn diese Zahlen also stimmen, dann sind das tatsächlich die „Studententarife“, von denen der Augsburger Ex-Manager Rettig gerne sprach.
Auch die rund eine Million Euro, die die FCA-Spieler als Prämie für den Klassenerhalt bekamen (eine Zahl, die bereits ohne Maulwurf ans Tageslicht gekommen ist), dürfte den meisten Kassenwarten der Liga nur ein wehmütiges Lächeln entlocken. Eine Million für rund 25 Spieler. Macht im Schnitt um die 40 000 pro Mann.
Otto Rehhagel soll bei Hertha BSC im Falle des Klassenerhaltes 500 000 Euro erhalten. So viel wie die halbe FCA-Mannschaft, zwei Drittel des Luhukay-Gehaltes. Für nicht einmal ein Drittel der Arbeitszeit.
Auch die Summe hat nur ein Maulwurf verraten. Möglich, dass sie nicht stimmt. Möglich, dass es noch mehr ist.
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