Nach neun Spielen in Folge ohne Niederlage verliert der FC Augsburg wieder. Beim Karlsruher SC kann der FCA zu keinem Zeitpunkt seine Bundesligatauglichkeit unter Beweis stellen. Von Robert Götz

Auch beim FC Augsburg wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Nach neun Spielen ohne Niederlage verlor der Tabellenzweite beim Karlsruher SC mit 0:1 (0:1). Und das nicht unverdient, denn der Fußball-Zweitligist blieb in einem insgesamt schwachen Spiel an diesem Nachmittag den Nachweis der Bundesliga-Tauglichkeit schuldig.
Dabei musste Trainer Jos Luhukay seine Mannschaft auf zwei Positionen umstellen. Für den gelbgesperrten Kapitän Uwe Möhrle rückte Stefan Buck in die Innenverteidigung. Ein besonderes Spiel für Buck, der erst im August vom KSC zum FCA gewechselt war.
Zudem musste Luhukay den verletzten Andrew Sinkala ersetzen, für ihn agierte Elton da Costa in der Schaltzentrale. "Es wird ein hartes Stück Arbeit. Wir müssen schauen, dass wir im Mittelfeld Lars Stindl aus dem Spiel nehmen. Er ist der Dreh- und Angelpunkt des KSC-Spiels", gab Luhukay die Marschroute vor.
Und die ging in den ersten 25 Minuten auch auf. Zwar gelang es dem FCA nicht, die massierte KSC-Defensive zu knacken, aber mit über 55 Prozent Ballbesitz kontrollierte der Tabellenzweite in der Anfangsphase das Spiel mit dem Selbstbewusstsein von neun Spielen ohne Niederlage. FCA-Torhüter Simon Jentzsch war praktisch arbeitslos und schraubte seinen Rekord auf genau 514 Minuten ohne Gegentor in der 2. Liga.
Dann war diese Zahl Makulatur. Denn plötzlich hieß es in der 28. Minute 1:0 für den Ex-Bundesligisten. Quasi aus dem Nichts ging Karlsruhe in Führung. Jonas de Roeck war auf der rechten Abwehrseite nicht konsequent genug im Zweikampf gegen Macauley Chrisantus (19).
Der nigerianische U17-Weltmeister von 2007 flankte fast unbedrängt nach innen und dort stand genau eben jener Lars Stindl, vor dem Luhukay gewarnt hatte, ungedeckt am zweiten Pfosten und köpfte zum überraschenden 1:0 ein. Ibrahima Traore und Elton da Costa hatten sich einfach nicht einigen können, wer Stindl hätte decken sollen.
Der FCA lag erstmals seit dem Spiel bei den Münchner Löwen wieder in Rückstand. Damals setzte es mit 0:1 die letzte Niederlage. Ein schlechtes Omen?
Der FCA hätte fast umgehend zurückschlagen können. Doch Michael Thurk zielte nach einer Flanke von Marcel Ndjeng (33.) am Tor vorbei. Aufregung noch einmal in der 45. Minute, als eine Flanke von Traore unbehelligt durch den KSC-Strafraum flog.
Doch im Endeffekt war es viel zu wenig, was der FCA in den ersten 45 Minuten seinen rund 1000 mitgereisten Fans unter den 15.700 Zuschauern bot.
Für die zweite Hälfte hatten sich die FCA-Spieler auf jeden Fall viel vorgenommen. Schon Minuten vor den Gastgebern standen sie auf dem Spielfeld.
Und nach der kurzen Wartezeit erhöhten sie die Schlagzahl. Doch fehlte der nötige Elan und Spielwitz, um die Gastgeber richtig in Verlegenheit zu bringen. Die Höhenflieger der letzten Wochen wirkten müde und etwas ausgelaugt.
Luhukay reagierte und brachte Stephan Hain, Daniel Baier und dann auch noch Tobias Werner, doch auch die Wechsel änderten nicht mehr viel. Der FCA-Express Richtung Bundesliga wurde erst einmal gestoppt. Von Robert Götz
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