Der FC Augsburg hat am Montag den Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern zu Gast. Mit Axel Bellinghausen steht ein früherer "Roter Teufel" im Kader. Und der will gegen die Pfälzer auflaufen - aus mehreren Gründen. Von Robert Götz

Natürlich würde Axel Bellinghausen am Montag um 20.15 Uhr gerne von Anfang spielen. Aber nicht nur, weil der FC Augsburg seinen Ex-Verein, den 1. FC Kaiserslautern, in der Impuls-Arena zu Gast hat, sondern "weil ich immer spielen will".
Vier Jahre verdiente der 26-jährige Fußball-Profi sein Geld in der Pfalz, absolvierte dort 20 Bundesligaspiele, ehe er im Sommer vom FCK zum FCA wechselte. Seinen Schritt hat er bisher nicht bereut. Auch wenn der 1. FC Kaiserslautern als Zweitliga-Herbstmeister Richtung Aufstieg marschiert und er selbst beim FCA noch nicht so richtig Tritt gefasst hat.
Trainer Jos Luhukay lässt Bellinghausen zumeist in der Viererkette auf der linken Seite spielen. Eine Position, die Bellinghausen kennt, die er in Kaiserslautern aber nicht sehr oft spielte. "Da wurde ich, auch aus der Not geboren, in das zentrale Mittelfeld gezogen."
Die Umstellung zurück dauerte ein wenig. "Es war ein holpriger Start für mich, aber jetzt weiß ich, was von mir erwartet wird", sagt Bellinghausen. Auch körperlich fühle er sich topfit. Nach einer überstandenen Grippe wurde er gegen Frankfurt eingewechselt, doch in München setzte Luhukay wieder auf die Dienste von Stefan Buck. Bellinghausen saß nur auf der Bank.
Doch damit hat der gebürtige Rheinländer kein Problem. Er hat die Maxime von Luhukay, nur das Kollektiv zählt, schon längst verinnerlicht: "Wichtig ist der Erfolg der Mannschaft. Alles andere muss man unterordnen. Ich selbst versuche, mich in dieser Woche im Training wieder anzubieten." Mit Erfolg? Das weiß er noch nicht.
Der Höhenflug seines Ex-Klubs kommt für ihn nicht unerwartet: "Kaiserslautern hat eine bärenstarke Abwehr, die ein Spiel auch in der Offensive bei Standards entscheiden kann. Es wird auf jeden Fall eine ganz harte Nuss."
Die der FCA auch mit Hilfe der Zuschauer knacken will. "Endlich haben wir mal ein Montagsspiel und stehen an diesem Abend im Fokus von ganz Fußball-Deutschland. Es ist wichtig, dass die Zuschauer hinter der Mannschaft stehen und nicht gleich pfeifen."
Was die Fans bewirken können, erlebte Bellinghausen auf dem Betzenberg vier Jahre hautnah mit. "Die Region lebt für den FCK", sagt Bellinghausen. Allerdings habe er auch schon wüste Beschimpfungen erlebt. "Wenn dir der Hass von der Westkurve entgegenschlägt, ist es schon heftig. Aber unser damaliger Trainer Sasic hat immer gesagt, Hass kann nur aus Liebe entstehen." Von Robert Götz
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