Wenn auf eine misslungene Generalprobe eine gelungene Premiere folgt, dann kann der FC Augsburg guten Mutes dem Bundesliga-Rückrundenauftakt am Samstag (15.30 Uhr) beim SC Freiburg entgegensehen. Gestern verlor der FCA den letzten Test in der SGL-Arena vor rund 4800 Zuschauern gegen die SpVgg Greuther Fürth mit 0:2 (0:0).
FCA-Trainer Jos Luhukay wollte dem Ergebnis aber nicht viel Bedeutung beimessen: „Es war ein Test, nicht mehr. Ich habe in den letzten Tagen keine Rücksicht auf dieses Spiel genommen. Wir haben am Freitag noch zwei Mal intensiv trainiert, deshalb war die Mannschaft nicht frisch genug um eine Topleistung abzurufen. Das hat man gesehen es war zu wenig Tempo im Spiel, zu viele Ballverluste. Das eine hat mit dem andere zu tun.“
Dabei war die erste Hälfte noch durchaus ansehnlich. Luhukay setzte zu Beginn auf das Innenverteidiger-Duo Sebastian Langkamp, der gestern seinen 24. Geburtstag feierte, und Jan-Ingwer Callsen-Bracker. Für Gibril Sankoh blieb nur ein Platz auf der Ersatzbank, wie auch für Lorenzo Davids. Der Mittelfeldspieler könnte der große Verlierer der Rückrunde beim FCA werden, denn auch gestern betrieb er mit seiner Leistung keine Eigenwerbung. Ganz im Gegensatz zu Daniel Baier. Der war auch auf der Davids-Position im defensiven Mittelfeld einer der auffälligsten Akteure im schwarzen FCA-Trikot. Zur neuen Flexibilität im FCA-Spiel trägt auch Marcel Ndjeng auf der rechten Außenbahn bei. Verzichten musste Luhukay auf Neuzugang Jan Morávek, der sich im Abschlusstraining eine Oberschenkelverletzung zugezogen hatte. Wie lange er ausfällt steht noch nicht fest.
Luhukay erwartet Freiburg in ähnlicher taktischer Ausrichtung
In der SGL-Arena erhielt der FCA Temperaturen um den Gefrierpunkt einen Vorgeschmack auf den Bundesliga-Rückrundenstart am Samstag beim SC Freiburg. Auf dem gut bespielbaren Untergrund präsentierte sich Fürth, wie es die Position als Zweiter der 2. Bundesliga vermuten lässt, und wie es Trainer Luhukay erwartet hatte. „Fürth spielt wie Freiburg nach vorne und versucht, zu pressen.“
Doch der FCA kam gut damit zurecht. Immer wieder versuchte man, auch schwierige Aktionen spielerisch zu lösen. Was zwar noch nicht immer gelang, aber immer öfter. Wie in der 29. Minute. Nach einem schönen Angriff über Daniel Baier, Tobias Werner und Sascha Mölders kam Paul Verhaegh frei zum Abschluss. Doch sein Schuss verfehlte das von Max Grün gut gehütete Fürther Tor nur knapp. So ansehbar das FCA-Spiel nach vorne war, zeigten die Gäste aber auch noch etliche Defizite in der Defensive auf. In der 34. Minute tauchte plötzlich Robert Zillner alleine vor Torhüter Simon Jentzsch auf, verzog aber knapp, und in der 44. Minute parierte Jentzsch gegen Christian Dorda glänzend. Fürths Trainer Michael Büskens nützte die Halbzeit zur Totalrotation. Er hat noch Zeit, bis er seine Stammformation gefunden haben muss. Die 2. Liga geht erst Anfang Februar wieder ins Rennen. Nur Neuzugang Gerald Asamoah blieb draußen.
FCA-Trainer Luhukay ging da dosierter vor. Für Callsen-Bracker kam Sankoh und für Hosogai Davids. Doch nach einer Stunde hatte auch Luhukay genug gesehen und verschaffte der kompletten Ersatzbank Spielpraxis. Und in der 68. Minute gab auch noch Asamoah sein Debüt im Fürther Dress. Gespielt wurde dann auch noch ein wenig. In der 70. Minute vergab Mölders eine Riesenchance. Besser machte es auf der anderen Seite Christopher Nöthe, der in der 76. Minute das 1:0 für Fürth erzielte. Es sollte noch schlimmer kommen. Bernd Nehrig erhöhte noch auf 2:0 (90.).
Aufstellungen
FCA Jentzsch Verhaegh (64. Reinhardt), Callsen-Bracker (46. Sankoh), Langkamp (64. Sinkala), de Jong (64. Nebel) – Baier (64. Brinkmann), Hosogai (46. Davids) – Ndjeng (64. Gogia), Oehrl (64. Hain), Werner – Mölders
SpVgg Greuther Fürth 1. Hälfte Grün – Geis, Kleine, Karaslavov, Schmidtgal – Sararer, Fürstner, Zillner, Dorda – Schahin, Occean 2. Hälfte Fejzic – Nehrig, Kraus, Mavraj, Baumgärtel – Klaus, Prib, Pekovic, Rahn – Schahin (68. Asamoah), Nöthe
Tore 0:1 Nöthe (76.), 0:2 Nehrig (90.) Schiedsrichter Beitinger (Regensburg) Zuschauer 4800