Beim Auswärtsspiel bei der TuS Koblenz wird FCA-Spieler Marcel Ndjeng auf seinen Bruder Dominique treffen. Von Robert Götz

Wenn Marcel Ndjeng (27) am Samstag beim Auswärtsspiel bei der TuS Koblenz im Stadion Oberwerth einlaufen wird, dann ist es für den Fußball-Profi des FC Augsburg kein Spiel wie jedes andere.
"Für mich ist es quasi ein Heimspiel. Es werden viele Verwandte auf der Tribüne sein. Mein Onkel, meine Cousinen." Denn nur rund 80 Kilometer rheinaufwärts in Bonn wurde Marcel Ndjeng geboren. Ein Familientreffen der besonderen Art wird es aber auch auf dem Spielfeld geben. Bei der TuS spielt seit 2008 Marcels älterer Bruder Dominique (29).
Der Augsburger freut sich auf das Treffen: "Wir haben uns jetzt schon länger nicht mehr gesehen." Für Marcel ist sein eineinhalb Jahre älterer Bruder ein sehr spezieller Mensch: "Wir haben nicht nur eine brüderliche Beziehung, sondern - was mir sehr wichtig ist - eine freundschaftliche."
Schon von klein auf war Dominique Ndjeng eine wichtige Bezugsperson für Marcel: "Er hat mir immer geholfen, war immer für mich da." Auch auf dem Platz. Zuletzt spielten beide bis 2004 bei den Amateuren des 1. FC Köln. Marcel in der Offensive, Dominique in der Verteidigung. "Er hat immer die weiten Bälle auf mich geschlagen." Auch im Privatleben sind beide grundverschieden. "Dominique ist der Bodenständige, der geerdet ist. Ich bin eher der, der öfter etwas Verrücktes tut, der immer für eine Überraschung gut ist." Und deswegen war der Ältere auch immer ein Vorbild für den Jüngeren.
2004 wechselte Dominique zum damaligen Zweitligisten LR Ahlen. "Ich war wahnsinnig stolz auf ihn. Mein Bruder war ein Zweitliga-Spieler", erinnert sich Marcel. Doch sportlich überholte der technisch beschlagene Mittelfeldspieler seinen Bruder schnell. Ndjeng schaffte den Sprung in die Bundesliga, absolvierte für Bielefeld, Gladbach und den Hamburger SV 21 Bundesligaspiele. Nur der ganz große Durchbruch gelang ihm bisher nicht. Jetzt steht die Ampel für Marcel Ndjeng aber auf Grün.
Sein Bruder kann dies nicht sagen. Dominique kämpft mit dem Vorletzten ums sportliche Überleben und persönlich um einen Stammplatz. Zuletzt durfte er bei der 2:3-Niederlage in Berlin am vergangenen Spieltag 90 Minuten ran. Ob er gegen den FCA von Beginn an dabei ist, ist noch nicht sicher. In der Vorrunde fehlte er verletzt.
Für Marcel könnte es hingegen nicht besser laufen. Er fühlt sich wohl in der Stadt ("Sie ist viel weniger hektisch als Köln oder Gladbach.") und im Team. Zusammen mit seinem Partner Ibrahima Traore sorgt er als Flügelzange für viel Wirbel und Aufsehen. "Wir sind eine eingeschworene Truppe, bei der der eine für den anderen auf dem Platz auch die Drecksarbeit macht." Das wird auch heute ab 13 Uhr in Koblenz nötig sein. Auch gegen seinen Bruder. "Wir werden uns vor dem Spiel umarmen, dann 90 Minuten alles beiseitelegen und können uns aber auch nach dem Spiel wieder in die Augen sehen." Von Robert Götz
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