Donnerstag, 23. Oktober 2014

30. Januar 2013 14:07 Uhr

FC Augsburg

Seinsch-Vorwürfe: Jetzt spricht der Innenminister

Nachdem FCA-Präsident Walther Seinsch schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben hat, zeigt sich Innenminister Joachim Herrmann verwundert.

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Innenminister Joachim Herrmann hat Stellung zu den Vorwürfen von FCA-Präsident Walther Seinsch bezogen.
Foto: dpa

Seinsch sorgte gestern für Wirbel, als er in einem offenen Brief die Polizei hart anging. Demnach kam es nach dem Spiel des FC Augsburg am 15. Dezember in Fürth zu Übergriffen der Fürther Fans auf die Augsburger Anhänger. Doch die Beamten des USK (Unterstützungskommando) aus Nürnberg, einer Spezialeinheit der bayerischen Bereitschaftspolizei, gingen nach Angaben des FCA nur gegen die friedlichen Augsburger Fans mit unverhältnismäßiger Gewalt vor.

Seinsch: USK-Vorgehen kontraproduktiv

Einem FCA-Fan wurde ein Finger gebrochen. Er erstattete inzwischen Anzeige gegen den USK-Beamten. Als Edgar Schweiniger, der Sicherheitsbeauftragte des FCA und der FCA-Fanbeauftragte Alexander Edin deeskalierend eingreifen wollten, wurden sie von UKS-Beamten massiv daran gehindert. FCA-Chef Walther Seinsch nahm diese Vorfälle zum Anlass, in einem offenen Brief an den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann schwere Vorwürfe gegen die Spezialeinheit zu erheben. Er bezeichnet das Vorgehen, auch aus eigener Erfahrung, als "nicht selten extrem aggressiv, provozierend und damit kontraproduktiv".  Er komme zu der Erkenntnis, dass "die Fußball-Fans und auch normale Zuschauer als Ausbildungsobjekte (Stichwort Terrorbekämpfung) für das USK herhalten müssen und dass Konfrontationen provoziert werden, um einen Ausbildungseffekt zu erzielen."

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Herrmann: "ungewöhnliches Vorgehen"

Heute hat sich Herrmann in einer Stellungnahme auf Nachfrage dieser Zeitung zu dem Brief von Walther Seinsch geäußert.  "Ich nehme die Vorwürfe des FC Augsburg zum FCA-Spiel vom 15.12.2012 in Fürth sehr ernst. Ich habe daher vom Polizeipräsidium Mittelfranken umgehend eine Stellungnahme angefordert".

Allerdings ist er von der offensiven Herangehensweise des FCA-Präsidenten nicht sonderlich begeistert. "Bislang ist er in dieser Sache nicht an mich herangetreten. Insoweit ist das schon ein ungewöhnliches Vorgehen, derart schwere Vorwürfe in der Öffentlichkeit zu erheben", wird er zitiert. (AZ)

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