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FC Augsburg: Torhüter Amsif will ein wenig Respekt

FC Augsburg

Torhüter Amsif will ein wenig Respekt

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    Torwart Mohamed Amsif hielt in Hamburg für den FCA einen Punkt fest.
    Torwart Mohamed Amsif hielt in Hamburg für den FCA einen Punkt fest. Foto: dapd

    Die hohe Weihe gab es für Mohamed Amsif (22) vom FC Augsburg am Sonntag quasi zum Frühstückskaffee direkt aus Berlin. Die Welt am Sonntag platzierte den Torhüter des FC Augsburg unter die Top Drei der Bundesligaspieler des Wochenendes. Ganz oben auf dem Siegerpodest platzierten die Sportredakteure einer der renommiertesten und angesehensten Tageszeitungen Schalkes Raúl, auf Platz zwei folgte Dortmunds Kagawa und dann hechtete Amsif auf die dritte Stufe. Die Grafik mit den überdimensionierten Köpfen ist eine kleine Spielerei am Rande, doch zeigt sie auch: So langsam wird der FC Augsburg in Fußball-Deutschland wahrgenommen.

    Die ganze Vorrunde hat der Aufsteiger gebraucht, um sich vom Image des braven Punktelieferanten zu lösen, das die FCA-Verantwortlichen auch lange pflegten. Zum Imagewandel hat auch Mohamed Amsif seinen Beitrag geleistet. Seit Anfang November kann Stammtorhüter Simon Jentzsch mit gebrochenem Ringfinger nicht mehr spielen. Amsif, der auf Schalke ausgebildet wurde, übernahm. So, als spielte er schon jahrelang im Profizirkus.

    Handschlag vom HSV-Torjäger Paolo Guerrero

    Dabei hat er in Hamburg erst sein sechstes Bundesligaspiel absolviert, es war sein bisher bestes. Als er in der Nachspielzeit auch noch den Kopfball von Paolo Guerrero parierte und so das 1:1 rettete, zollte ihm der Peruaner nach dem Schlusspfiff per Handschlag Respekt.

    Davon hätte der Deutsch-Marokkaner auch ein wenig von den Hamburger Journalisten erwartet. Die stellten den FCA in der zugigen Fragerunde in der Mixed-Zone fast wie eine Touristengruppe auf Sightseeingtour im hohen Norden dar. Amsif antwortete höflich, doch man merkte, dass es in ihm brodelte.

    Und dann machte er seinem Ärger über die Geringschätzung seiner Mannschaft doch Luft. „Wir sind abgestempelt, als hätten wir gar keine Chance. Wir haben jetzt gerade die Hinserie hinter uns und werden schon als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt. Das finde ich nicht fair, weil wir von Woche zu Woche unsere Leistung in Sachen Herz und Leidenschaft abrufen wie kaum ein anderer Bundesligist.“

    FC Augsburg muss am Dienstag im Pokal ran

    Am Dienstag steht noch das Pokalspiel bei der TSG Hoffenheim an. Nach der Winterpause hat Amsif dann eine schwierige Entscheidung zu treffen. Wahrscheinlich darf er mit Marokko beim Africa-Cup Anfang Januar teilnehmen. Ob er zusagt, hängt auch vom Finger von Simon Jentzsch ab. Sollte Amsif fahren, fehlt er ein paar Punktspiele.

    Die Hierarchie ist aber auch so (noch) eindeutig. Jentzsch gehört die Gegenwart, Amsif die Zukunft. Jentzsch hat bis 2013 verlängert, Amsif bis 2014. Beide sind Kollegen, keine Konkurrenten, die sich belauern. Sie bringen sich gegenseitig etwas entgegen, was Amsif auch für den FCA einfordert: Respekt.

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