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Die Defensive des FC Augsburg: Wie eine Biene an der Frontscheibe

Die Defensive des FC Augsburg

Wie eine Biene an der Frontscheibe

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    Gibril Sankoh ist eine der Stützen der starken Augsburger Defensive.
    Gibril Sankoh ist eine der Stützen der starken Augsburger Defensive. Foto: Fred Schöllhorn

    Es war am Montag kurz nach 22 Uhr, als im Karlsruher Wildparkstadion nicht nur der FC Augsburg nach seinem 1:0-Sieg von den rund 1000 mitgereisten Augsburger Fans gefeiert wurde. Nein, auch die Spieler des Karlsruher SC wurden von ihren Anhängern mit Applaus in die Kabine verabschiedet. Und dies überraschte dann doch ein wenig. Denn der KSC, der ehemalige Bundesligist, steht nach der Niederlage weiter mitten im Abstiegskampf und die KSC-Fans zählen nicht gerade zu den pflegeleichtesten der Liga. Doch am Montag hatten sie erkannt, gegen diesen FC Augsburg hatte ihr Team alles versucht, aber sich gerade an der Augsburger Defensive alle Zähne ausgebissen.

    Mutzel ist sich sicher: Der FCA steigt in die Bundesliga auf

    Kapitän Michael Mutzel, der zwei Jahre (1997 und 1998) in der FCA-Jugend spielte, fasste es nach dem Spiel zusammen: „Wir haben ja nicht schlecht gespielt, aber der FCA hat uns gezeigt, was eine Spitzenmannschaft ausmacht. Hinten standen sie wie eine Mauer und vorne machen sie aus zwei Chancen ein Tor. Das nennt man effektiv, darum steigen sie auch auf.“

    Tobias Werner hatte in der 28. Minute die einzig große FCA-Chance eiskalt genutzt. Hatte der FCA in der ersten Hälfte noch den einen oder anderen Wackler, gab es in Halbzeit zwei gar kein Durchkommen mehr für die KSC-Stürmer, die an der FCA-Abwehr mit ihren Versuchen abprallten wie eine Biene an der Frontscheibe eines Autos auf der Autobahn. Seit genau 521 Minuten ist nun FCA-Torhüter Simon Jentzsch ohne Gegentor. In den letzten fünf Spielen gab es mit 5:0 Toren drei Siege und zwei Unentschieden.

    Das Restprogramm der Aufstiegskandidaten

    1. Hertha BSC Berlin; 68 Punkte: Tordifferenz + 38, Aue (A), FC Augsburg (H)

    2. FC Augsburg; 62 Punkte, + 31, Frankfurt (H), Hertha BSC (A)

    3. VfL Bochum; 59 Punkte, + 10, Osnabrück (A), Duisburg (H)

    4. SpVgg Greuther Fürth; 57 Punkte, + 17, Bielefeld (H), Oberhausen (A), Düsseldorf (H)

    5. Erzgebirge Aue; 53 Punkte, +2, Hertha BSC (H), Frankfurt (A)

    So steigt man auf. Dass das Erfolgsrezept nicht jedem schmeckt, darauf nimmt man beim FCA keine Rücksicht. Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte ist zum Greifen nah, da ist jedes Mittel recht. Der bundesligagestählte Jentzsch sagt: „Das war keine Schönspielerei. Jetzt geht es nicht mehr darum, schöne Spiele zu machen, sondern die notwendigen Punkte einzufahren. Das haben wir heute gemacht.“

    Vier Spiele trennen den FCA noch vom Aufstieg. Der Endspurt ist nichts für fußballerische Feingeister. Jentzsch sagt: „Es geht dem Ende zu, die Nerven werden immer angespannter. Es geht einfach nur darum, um zu gewinnen.“

    Genauso sieht es Trainer Jos Luhukay: „Wir haben in Karlsruhe mit dem Minimum das Maximale erreicht.“ Auch schon gegen Fürth wählte er die defensivere Variante. Das sieht vielleicht nicht immer schön aus. Der Erfolg gibt ihm aber recht und er heiligt alle Mittel.

    Die Betonpfeiler der Defensive stehen beim FCA im Zentrum der Viererkette. Gibril Sankoh ist einer der besten Innenverteidiger der Liga, mit einem Auge, einem Zweikampfverhalten und einer Spieleröffnung, die bundesligareif ist. Kapitän Uwe Möhrle ist zuverlässig und gibt alles für den FCA.

    Aber auch die Außenverteidiger Marcel de Jong (links) und Paul Verhaegh (rechts) haben ihre Verpflichtung mehr als gerechtfertigt. Und fallen sie mal aus, stehen andere wie Axel Bellinghausen und Jan-Ingwer Callsen-Bracker parat. Die Lücken werden ohne Probleme gefüllt. Der FCA hat im Kader eine Qualität, um die ihn fast alle Ligakonkurrenten beneiden.

    Das weiß auch Luhukay: „Egal, wer hinten spielt, wir verlieren nicht an Qualität.“ Von seinem Weg will er nicht abgehen: „Wir brauchen jetzt kein Offensivspektakel mehr, sondern Punkte.“

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