Samstag, 25. Mai 2013

27. September 2011 23:38 Uhr

FC Bayern

Einzelkritik: Franck Ribéry ist überall

Die Bayern sind auch in der Champions League weiter ohne Gegentor. Jerome Boateng lieferte ein überragendes Spiel ab und Ribéry schwebt sowieso über den Dingen. Die Einzelkritik. Von Sebastian Hrabak

Die fantastische Reise des FC Bayern München geht weiter. Wieder kein Tor bekommen, aber dafür gegen Manchester City zwei Tore geschossen. Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes spielt momentan in ihrer eigenen Liga. Der Sieg war nie in Gefahr.

Zudem haben die Bayern einen Franck Ribéry, der mittlerweile auch defensiv seinen Mann steht. Und Roberto Mancini, Trainer der Citizens, wird sich nach der Partie fragen, warum er vor der Saison Jerome Boateng zu den Bayern wechseln ließ. Die Einzelkritik.

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Manuel Neuer: Er ist der best bezahlteste Arbeitslose der Republik - immer noch. Auch Manchester City war nicht der Gegner, der die Bayern-Abwehr in Bedrängnis brachte. Neuer hatte nie etwas zu tun. Die Bälle, die er fangen musste, waren seiner nicht würdig. Aber es wird ja langsam Herbst und Nachts ist am Starnberger See sowieso nichts los. Also kann er sich auch die Siegprämie bei den Bayern abholen.

Rafinha: Zeigte, warum die Bayern den kleinen Rechtsverteidiger vor der Saison aus Italien holten. Er war stets auf der Höhe des Geschehens, arbeitete viel und traute sich etwas nach vorne. Musste allerdings auch nicht so viel zeigen, denn Samir Nasri war nie im Spiel. Wer ist eigentlich Samir Nasri.

Daniel van Buyten: Er rutschte für den kranken Holger Badstuber ins Team. Der Belgier machte ein gutes Spiel. Schaltete mit seiner Masse Edin Dzeko aus und bereitete das zweite Tor mit einem Kopfball vor. Wenn Badstuber in die Mannschaft zurückkehrt, sollte man sich überlegen, ob van Buyten nicht zum Stoßstürmer umfunktioniert wird. Kopfbälle kann er jedenfalls technisch besser als Mario Gomez.

Jerome Boateng: Die Frage ist wirklich, warum Roberto Mancini diesen Mann nicht gehalten hat. Boateng war überall, er stellte sich sogar so geschickt an, dass zwei Elfmeter nicht gepfiffen wurden. Die anderen Zweikämpfe löste er wie gewohnt mit einer Lässigkeit, die selbst Jay-Z in den Schatten stellt. Er war der überragende Akteur in der Verteidigung und nahm Manuel Neuer jegliche Arbeit ab. Warf sich in Schüsse und lief in der zweiten Hälfte Kun Agüero überragend ab. Boateng ist der Abwehrchef, der den Bayern seit dem Abgang von Lucio fehlte. In dieser Form ist der Nationalspieler unersetzlich. Ganz nebenbei: Die Zweikampf-Quote von Boateng gegen Manchester City lag bei 100 Prozent.

Philipp Lahm: Wunderbar, fantastisch, toll! Lahm ist auf der linken Seite wieder nah an seiner Bestform. Der Verteidiger harmoniert mit Franck Ribéry blind. Er geht steil, bleibt aber in den wichtigen Momenten hinten. Der Verteidiger grätscht sauber die Bälle ohne Foul ab. In dieser Form darf er Kapitän der Bayern sein und auch in der Nationalmannschaft den Ton angeben. Natürlich fehlte auch der Philipp-Lahm-Gedächtnisschuss nicht.

Thomas Müller: Arbeitete, rackerte, kämpfte, biss und war auch offensiv gefährlich. Es war mal wieder ein richtiger Müller. Man kann den Mann einfach nicht fassen. Auch wenn er vorne nicht trifft, ist er so wichtig fürs Münchner Spiel. Es ist unmöglich, diesen Mann auf die Bank zu setzen.

Bastian Schweinsteiger: Vier Mal schoss Schweinsteiger gegen Manchester City aufs Tor. Von Schuss zu Schuss wurde es besser. Doch Joe Heart lenkte den Ball immer wieder um den Kasten. Ansonsten zeigte Schweinsteiger, warum er oft als Weltklasse bezeichnet wird. Er hielt das Bayern-Spiel zusammen, setzte sich klug in Szene und war immer Herr der Lage. Man merkt ihm an, dass er den unbedingten Willen zum Sieg gefunden hat. Schweinsteiger ist ein ganz Großer.

Luiz Gustavo: Er ist technisch versiert. Deswegen erhält er den Vorzug gegenüber Anatoliy Tymoshchuk. Allerdings leistet sich der Brasilianer zu viele unnötige Fouls in guten Positionen für den Gegner. Hat der Gegner gefährlichere Freistoßschützen als Man City, dann könnten diese Konzentrationsfehler übel für den FC Bayern ausgehen. Er war wohl der schlechteste Bayern-Spieler heute auf dem Platz.

Franck Ribéry: Was soll man über diesen Franzosen momentan schon sagen? Ribéry wirbelte auf dem Platz, wie er wollte. Er war an den Toren beteiligt und zeigte erneut, wie viel Freude er bei Bayern München unter Jupp Heynckes hat. Das verlieh ihm scheinbar Flügel, denn bis zur 88. Minute kämpfte Franck Ribéry auch defensiv - zur Verwunderung aller gewann er sogar häufig seine Zweikämpfe. Die Krönung seiner Leistung war wohl, als er an der eigenen Torauslinie einen Ball weggrätschte und anschließend auf den überragenden Boateng spielte. Das ist der Franck Ribéry, den man sich bei Bayern wünscht. Ging in der 88. Minute mit großem Applaus vom Feld. Robben kam.

Toni Kroos: Er hat seine Position im offensiven Mittelfeld gefunden. Kroos sichert die Bälle, hält die Bälle und verteilt die Bälle. Er war zwar über kurze Strecken heute nicht so dominant wie in der Bundesliga, lieferte aber wie schon in den letzten Wochen eine sehr reife Vorstellung ab. In dieser Verfassung macht er es Jupp Heynckes ebenfalls schwer, ihn auf die Bank zu setzen.

Mario Gomez: Er ist schlecht. Er ist überhaupt nicht im Spiel. Die Bälle spritzen ihm davon. Er kann nicht kombinieren. Sobald das Bayern-Spiel über ihn Läuft, stockt der Offensiv-Motor. Unfassbar - bis zur 38. Minute. Dann klingelte es im Kasten von Joe Heart. Und wer war der Torschütze? Natürlich Mario Gomez. Kurz vor der Pause löffelte er noch einen rein. Doppelpack. Nach der Pause versemmelte er wieder einige Chancen, war nicht im Spiel, die Bälle spritzen ihm davon, die Kombinationen scheiterten. Egal! Zwei Tore...mehr muss ein Stürmer nicht können.

Anatoliy Tymoshchuk: Kam in der 82. Minute für Toni Kroos. Zerstörte wie immer, was aber in dieser Situation gegen Manchester City auch nicht mehr schwierig war.

Arjen Robben: Holte sich die Sieg- und Auflaufprämie. Achtete in den letzten paar Minuten penibel darauf, sich nicht mehr schmutzig zu machen. War auch nicht nötig, denn Man City hatte bereits die Waffen abgegeben, indem sie in der 55. Minute Nigel de Jong für Edin Dzeko brachten. Nun hatte Robben nur noch die Aufgabe, sich von de Jongs Füßen fern zu halten.

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