Der FC Bayern hat die Gunst der Stunde genutzt und den Rückstand auf Borussia Dortmund mit einem 1:0-Sieg beim 1. FC Nürnberg auf drei Punkte verkürzt. Nach dem 4:4 der Dortmunder gegen Stuttgart läuft die Saison nun auf einen Showdown der beiden Führenden in der Bundesliga in eineinhalb Wochen zu.
Die Münchner benötigten für ihren Erfolg in Franken eine Energieleistung und überzeugten lediglich kämpferisch. Im Vergleich zum 2:0 in Marseille hatte Trainer Jupp Heynckes auf drei Positionen verändert. Neben David Alaba und Luiz Gustavo erhielt auch noch Franck Ribéry eine schöpferische Pause. Für das Trio durften Diego Contento, Anatoli Timoschtchuk und Danijel Pranjic von Beginn an auflaufen. Bastian Schweinsteiger nahm wie zuvor auch in Marseille zuerst auf der Bank seinen Platz ein
Nürnberg zu Beginn stärker
Angesichts der Umstellungen verwunderte es nicht, dass die Münchner rund 20 Minuten brauchten, um sich ein optisches Übergewicht zu verschaffen. Den Nürnbergern gehörte die Anfangspahse. Außer bei einem über die Latte streichenden Kopfball von Holger Badstuber geriet das von Raphael Schäfer gehütete Tor nicht in Gefahr.
Doch auch wenn die Münchner allmählich das Kommando übernahmen, blieb der Club die angriffslustigere Mannschaft und war vor allem bei Kontern stets gefährlich. Ein von Javier Pinola abgegebener Schuss ging bei einem der schnell abgegebenen Angriffe nur knapp am Tor vorbei (23.).
Den Bayern war die aus der Doppelbelastung resultierende Müdigkeit eindeutig anzumerken. Vor allem im Offensivbereich fehlte es an der notwendigen Bewegung. Den Nürnbergern war einzig vorzuwerfen, die sich auftuenden Chancen nicht konsequent zu nutzen. So versprang Timothy Chandler in aussichtsreicher Position der Ball (37.) und fand sich sechs Minuten später keine Clubberer, der den Ball ins Tor schieben wollte, nachdem Manuel Neuer an einer Ecke vorbeigesprungen war.
Müller prüft Schäfer
Die Münchner kamen anschließend mit mehr Verve aus der Halbzeitpause. Doch ein Torerfolg wollte sich vorerst nicht einstellen. Die beste Möglichkeit vergab Thomas Müller, der aus zehn Metern Schäfer in die fangbereiten Arme schoss.
Nach zehn Minuten in der zweiten Hälfte glaubte Heynckes, seine Stars genug geschont zu haben und brachte kurz hintereinander Bastian Schweinsteiger und Ribéry für Timoschtchuk und Pranjic.
In der 69. Minute brachten die Umstellungen die erwünschte Wirkung. Zuerst scheiterte der herrlich freigespielte Ribéry am glänzend reagierenden Schäfer, den Abpraller sicherte sich allerdings Robben, der den Ball aus 16 Metern im Tor unterbrachte.
Während der FC Bayern im Anschluss daran das Ergebnis verwaltete, versuchten die Nürnberger den Ausgleich zu erzielen. Doch der Club prallte immer wieder an der sattelfesten Münchner Defensive ab. Drei Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit die endgültige Entscheidung, als er eine Flanke von Philipp Lahm lediglich an die Latte köpfte. Eine Aktion, die sich eine Minute später beinahe gerächt hatte. Almong Cohen zog aus 30 Metern ab. Neuer war mit seinen Gedanken scheinbar schon in der Kabine und faustete den mittig aufs Tor kommende Ball gegen den Pfosten - von dort sprang er allerdings wieder zurück ins Spielfeld.
Am Ende gewann mit dem FC Bayern die glücklichere Mannschaft mit 1:0. Die Meisterschaft ist wieder offen.