Kevin Volland hat den TSV 1860 München im Topspiel der 2. Fußball-Bundesliga gegen den FC St. Pauli vor einer drohenden Niederlage bewahrt. Der Stürmer erzielte am Montagabend in der 88. Spielminute den Ausgleich zum 1:1 (0:1). Nach fünf Rückrundensiegen wurde damit die Aufholjagd der "Löwen" nur abgebremst. St. Pauli verpasste mit 47 Punkten die Rückkehr auf den dritten Tabellenplatz. Die Hamburger waren vor 31 600 Zuschauern durch einen Foulelfmeter von Florian Bruns in der 33. Minute in Führung gegangen. 1860 hat als Tabellensechster 42 Zähler, aber eine Partie weniger ausgetragen.
1:1 im Topspiel: Volland rettet TSV 1860 München Punkt gegen Pauli
Mit dem Selbstbewusstsein ihrer fünf Rückrundensiege hatten die Sechziger zunächst das Kommando auf dem Spielfeld übernommen. Für den ersten Knalleffekt sorgte Abwehrspieler Antonio Rukavina mit einem fulminanten Distanzschuss an den Pfosten (14.). Auch danach blieb 1860 das gefährlichere Team. Es fehlte aber vor dem Tor die letzte Zielstrebigkeit und Präzision.
Effektiver war St. Pauli: Nach einer ungeschickten Grätsche von Kai Bülow gegen Hamburgs Angreifer Petar Sliskovic verwandelte Bruns mit Glück den Foulelfmeter. 1860-Schlussmann Gabor Kiraly war noch mit der Hand am Ball.
Mit Willen aus der Kabine - aber ohne Ideen
Entschlossen kam 1860 aus der Pause. Aber es fehlte an zündenden Ideen und auch der notwendigen Konzentration im Abschluss wie bei einer Chance von Volland (55.). Zuvor hatte Max Kruse auf der Gegenseite Kiraly mit einem Distanzschuss geprüft (48.). St. Pauli ließ den Ball im Mittelfeld immer besser laufen. Die Bemühungen der Sechziger wurden kurz vor Schluss durch Vollands Linksschuss noch mit dem Ausgleich belohnt.
Statistik TSV 1860 München - FC St. Pauli 1:1 (0:1)
TSV 1860 München: Kiraly - Rukavina, Aygün, Schindler, Buck - Bierofka (73. Maier), Bülow (80. Benjamin) - Aigner, Rakic (64. Nicu) - Volland, Lauth
FC St. Pauli: Pliquett - Volz, Zambrano, Thorandt, Schachten (44. Rothenbach) - Funk, Daube - Schindler, Kruse (89. Takyi), Bruns - Sliskovic
Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf) - Zuschauer: 31 600
Tore: 0:1 Bruns (33./Foulelfmeter), 1:1 Volland (88.)
Gelbe Karten: Aigner (4), Bülow (4), Rukavina (2) / Bruns (3), Schindler (2), Volz (2)
Die Allianz-Arena
Im Norden von München, in der Fröttmaninger Heide, liegt die Allianz-Arena. Sie ist die Heimspielstätte des FC Bayern München und des TSV 1860 München. Der Zweitligist musste seine Anteile allerdings 2006 verkaufen und ist heute nur noch Mieter.
Die wesentlichen Entscheidungen wurden bereits 2001 im Rahmen eines Bürgerentscheids getroffen. Als der Neubau beschlossen war, folgte ein Architekturwettbewerb. Acht Modelle wurden vorgelegt.
Der Entwurf, der letztendlich umgesetzt wurde, stammte von den Architekten Herzog & de Meuron aus der Schweiz. Ihr futuristisch anmutendes Modell ist von einer transparenten Hülle aus ETFE-Folienkissen umgeben, die rot, blau oder weiß leuchten können. Die Fassadengestaltung hat dem Stadion Spitznamen wie "Schlauchboot" oder "Autoreifen" eingetragen.
Mit dem Bau wurde im Oktober 2002 begonnen. Insgesamt hat die Allianz-Arena stolze 340 Millionen Euro gekostet. Am 30. Mai 2005 wurde das Fußballstadion eröffnet. Den Auftakt gaben der TSV 1860 München und der 1. FC Nürnberg im Rahmen eines Freundschaftsspiels. Die Gastgeber haben 3:2 gewonnen.
Die Lage der Allianz-Arena ist außerordentlich günstig. Sie befindet sich unmittelbar am Autobahnkreuz München-Nord (A9/A99) und ganz in der Nähe des Autobahndreiecks Feldmoching (A99/A92). Außerdem verfügt die Anlage über eines der größten Parkhäuser in Europa und ist sehr gut an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden.
Der Münchner Versicherungskonzern und Finanzdienstleister Allianz SE hat sich für drei Jahrzehnte die Namensrechte gesichert. Bei internationalen Spielen darf der Sponsor des Stadions allerdings nicht genannt werden. Die Allianz-Arena heißt dann "FIFA WM-Arena München".
Kein Großprojekt ohne Korruptionsaffäre. 2004 wurde dem damaligen Präsidenten des TSV 1860 München und seinem Sohn Untreue und Bestechlichkeit bei der Vergabe des Bauauftrags an die Alpine vorgeworfen. Letztendlich konnte man Karl-Heinz Wildmoser senior nichts nachweisen. Sein Sprössling wurde zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.
Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wurden sechs Spiele, unter anderem das Halbfinale zwischen Frankreich und Portugal, in der Allianz-Arena ausgetragen. Aufgrund des Werbeverbots musste das Allianz-Arena-Logo während des Turniers abmontiert werden. Der Eingriff verursachte Kosten in Höhe von rund 150.000 Euro.
Die Allianz-Arena ist das modernste Fußballstadien Europas. Das Stadion fasst insgesamt 69.901 Menschen. Ohne Zweifel wurde damit ein Meilenstein in der Geschichte des Stadionbaus gesetzt.
Beste Spieler: Aygün, Volland / Zambrano, Kruse dpa