Der Boss hat keine Zeit für das Endspiel: FIFA-Präsident Joseph Blatter wird nicht zum Finale der Frauen-Weltmeisterschaft in Kanada reisen. Auch Blatters Generalsekretär Jérôme Valcke werde "wegen ihrer aktuellen Verpflichtungen in Zürich" am 5. Juli (16.00 Uhr Ortszeit) nicht in Vancouver sein, teilte der Fußball-Weltverband am Dienstag mit. Stattdessen wird nach Angaben derNew York Times Vize-Präsident Issa Hayatou am Sonntag vor Ort sein.
Trotz Skandal: Blatter mit "reinem Gewissen"
Vancouver liegt nur 40 Kilometer nördlich der Grenze zu den USA. Die US-Justiz führt derzeit Ermittlungen wegen Korruption, Verschwörung und organisiertem Verbrechen gegen die FIFA. Trotz des Skandals habe er ein "reines Gewissen", sagte der 79-jährige Blatter dem Magazin "Bunte".
Das ist die FIFA
FIFA ist ein Akronym für Fédération Internationale de Football Association.
Der Weltfußballverband wurde am 21. Mai 1904 in Paris gegründet.
Die Zentrale der FIFA befindet sich in Zürich (Schweiz).
Die FIFA ist offiziell ein gemeinnütziger Verein im Sinne des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, außerdem im Handelsregister eingetragen.
Der FIFA gehören aktuell 209 Nationalverbände an. Sie müssen gleichzeitig Mitglied eines der sechs Kontinentalverbände sein.
Seit 1998 ist der Schweizer Sepp Blatter Präsident des Fußballverbandes.
Im Jahr 2012 zeichnet der Journalisten-Bund "Netzwerk Recherche" die FIFA mit der sogenannten Verschlossenen Auster aus. Damit prangerten die Journalisten die Ignoranz des Fußballverbandes gegenüber wiederholten kritischen Medienanfragen an.
Die FIFA ist seit Jahren mit Vorwürfen der Korruption und Schmiergeldzahlungen konfrontiert.
Im Jahr 2014 verfügte die FIFA über ein Kapital von 1,523 Milliarden Dollar.
Am 27. Mai 2015 eröffnet die Schweizer Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit den Vergaben der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar ein Strafverfahren.
Er hatte vier Tage nach seiner Wiederwahl Ende Mai angekündigt, bei einem außerordentlichen FIFA-Kongress sein Amt zur Verfügung stellen zu wollen. Kurz vor dem jüngsten Kongress waren mehrere FIFA-Spitzenfunktionäre im Rahmen des Korruptionsskandals verhaftet worden. Neben der US-Justiz ermittelt die Schweizer Staatsanwaltschaft rund um die WM-Vergaben 2018 an Russland und 2022 an Katar. dpa