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08. März 2010 16:50 Uhr

FC Bayern in Florenz: Geld, Prestige & Ribéry

Florenz (dpa) - Mit dem millionenschweren Einzug ins Viertelfinale der Königsklasse will der FC Bayern die «entscheidenden Wochen» der Saison einleiten - und sich im Poker um Franck Ribéry seine Chancen erhalten.

FC Bayern in Florenz: Geld, Prestige & Ribéry
Foto: DPA

Nach dem 2:1 im Hinspiel reicht dem deutschen Fußball-Rekordmeister aus München beim AC Florenz (ein Remis, um in die Runde der besten acht Teams der Champions League einzuziehen. Und hier will sich der französische Ausnahmekönner mit den anderen Stars aus Europas Elite messen. «Jeder Spieler lechzt nach Erfolg. Er ist ein Spieler, der zu den Besten Europas zählt und dann will er sich auf der internationalen Bühne zeigen», sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. «Das hat er selbst in der Hand. Wenn er wie gegen den HSV ein Tor macht, dann haben wir beste Voraussetzungen weiterzukommen.»

Voller Vorfreude stieg Rummenigge mit seinem großen, roten Bayern-Schal in den Flieger aus dem verschneiten München in die sonnige, aber kühle Toskana; auch der mit großen Kopfhörern umherschlendernde Ribéry war sichtlich guter Laune. Noch im März will der leicht angeschlagene Offensivmann über seine Zukunft beim Bundesliga-Spitzenreiter entscheiden - also wohl zwischen dem Achtelfinal-Duell gegen die in der Liga schwächelnden Italienern und einem möglichen Viertelfinal-Auftritt. Es sei nicht dieses eine Spiel entscheidend, betonte Präsident Uli Hoeneß, «es ist die Gesamtperformance des Vereins in der Champions League. Das ist wichtig für ihn und für uns.»

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Wichtig für die Bayern ist erst einmal aber ein Auftritt wie in der zweiten Spielhälfte beim 1:1 gegen den 1. FC Köln. «Wenn wir so spielen wie in der ersten Halbzeit, riskieren wir, dass wir nicht weiterkommen», warnte Rummenigge, nachdem er in Köln «die zwei Gesichter des FC Bayern» erlebt hatte. «Kurioserweise», meinte der Vorstandschef, habe sich die Situation aber durch die Leverkusener Pleite verbessert. «Wir haben entscheidende Wochen vor uns. Das beginnt in Florenz, geht in der Bundesliga weiter - und hoffentlich dann auch in der Champions League», sagte Rummenigge. Er glaubt, dass eine Vertragsverlängerung des «wichtigsten und wertvollsten Spieler» des FC Bayern «nicht ausschließlich von den Finanzen abhängig» ist.

Die Partie im Stadio Artemio Franchi gegen den Ex-Club von Luca Toni ist also fast schon ein «Endspiel um Ribéry». Denn im Falle eines vorzeitigen K.o. wären die Abwanderungsgedanken des 26 Jahre alten Stars wohl kaum noch aus dessen Kopf zu kriegen. Alles wäre einfacher, «wenn wir weiterkommen würden», sagte Hoeneß, der noch einmal betonte: «Wir haben die Hand am Hebel.» Bis zum 30. Juni 2011 läuft der Vertrag des Franzosen, entweder wird also bald verlängert oder er wird im Sommer verkauft, damit noch einmal Ablöse in die Kasse kommt. Bei einem Weiterkommen in Florenz kämen schon mal zusätzliche 3,3 Millionen Euro UEFA-Prämie in die Club-Kasse.

Ribéry reiste mit leichten Beschwerden nach Florenz, Arjen Robben stand nach seiner Erkältung wieder im Kader. «Wir müssen abwarten, er hat sehr leicht trainiert, ich glaube, dass er kein Problem ist. Franck ist wieder ein bisschen angeschlagen, aber ich glaube, dass er auch spielen kann», sagte Trainer Louis van Gaal, der seine Spieler noch zu einer Vorbesprechung gebeten hatte. Die Profis mussten zeitig raus aus den Betten und waren damit «nicht zufrieden».

Ein 1:1 wie im November 2008 in Florenz würde den Bayern reichen. «Aber wir versuchen immer, nach vorne zu spielen. Wir haben keine Mannschaft, die ein Ergebnis verwalten will», sagte Kapitän Mark van Bommel. Sollte Bayerns Rekordjüngling David Alaba (17 Jahre) angesichts der Personalnot in der Defensive wieder ran müssen, hat van Bommel vollstes Vertrauen, ebenso wie Bastian Schweinsteiger. «Er wird die Sache gut meistern», sagte Schweinsteiger über den Bayern-Teenie mit den «Qualitäten in jungen Jahren».

Bei den Bayern ist das Selbstvertrauen nach 18 Pflichtspielen ohne Niederlage riesengroß, Florenz gelang 17 Spiele in Folge kein «zu Null» mehr. Zudem ging die Generalprobe gegen Juventus Turin für den Tabellen-10. mit 1:2 verloren. «Das ist ein Spiel, in dem wir Geschichte schreiben können. Das wichtigste Spiel der Saison und wir sind bereit», sagte der kritisierte Coach Cesare Prandelli.

Die voraussichtlichen Aufstellungen

Florenz: Frey - de Silvestri, Natali, Kröldrup, Pasqual - Montolivo, Bolatti - Marchionni, Jovetic, Vargas - Gilardino

München: Butt - Lahm, van Buyten, Badstuber, Alaba - van Bommel, Schweinsteiger - Robben, Ribéry - Müller, Gomez

Schiedsrichter: Undiano Mallenco (Spanien)

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