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13. März 2010 11:50 Uhr

Zwanziger will mehr delegieren - Spannung um Roth

Frankfurt/Main (dpa) - Nach der Rückendeckung durch Präsidium und Vorstand hat DFB-Präsident Theo Zwanziger angekündigt, sich in Zukunft etwas in der Öffentlichkeit zurückzunehmen.

Zwanziger will mehr delegieren - Spannung um Roth
Foto: DPA

«Weniger Macht ist gut, weniger Öffentlichkeit ist gut, mehr delegieren ist gut. Ich will versuchen, das umzusetzen», sagte Zwanziger, der in den beiden wichtigsten Gremien des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die Vertrauensfrage gestellt und dabei breite Rückendeckung erhalten hatte.

Im Anschluss an die Marathonsitzung in Frankfurt am Main hatte sich der wegen seines Krisenmanagements in der Affäre um das frühere Schiedsrichter-Ausschussmitglied Manfred Amerell heftig in die Kritik geratene Zwanziger nicht als großer Sieger, sondern eher nachdenklich präsentiert. «Der DFB braucht einen Präsidenten, der Respekt und Anerkennung genießt», sagte Zwanziger nach dem einstimmigen Vertrauensbeweis erleichtert.

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Das Image des einst unantastbaren DFB-Bosses hat Kratzer bekommen, dennoch hat der 64-Jährige nach den Sitzungen in Frankfurt nun weiter genügend Macht, um die anstehenden Aufgaben zu bewältigen. Die Affäre Amerell erklärte der Jurist aus Sicht des Verbandes erneut offiziell für beendet, die Nachwirkungen für das Schiedsrichterwesen wird er in den kommenden Wochen dennoch weiter moderieren müssen.

Auf dem Außerordentlichen Bundestag in Frankfurt am Main am 9. April soll der ehemalige Spitzen-Referee Herbert Fandel zum neuen Vorsitzenden des Schiedsrichter-Ausschusses gewählt werden und damit die Nachfolge des wegen seines zögerlichen Handelns ebenfalls in die Kritik geratenen Volker Roth antreten. Dafür muss der 68-jährige Roth aber zunächst in einen vorzeitigen Rückzug einwilligen. Bislang hat er stets darauf gepocht, erst beim normalen Bundestag im Oktober den Stabwechsel vollziehen zu wollen.

«Ich vertraue darauf, dass Herr Zwanziger ein Gespräch mit Herrn Roth sucht, ob es möglich ist, dass er sein Amt am 9. April an Herrn Fandel übergibt», sagte der Präsident der Deutschen Fußball Liga, Reinhard Rauball. Dass Roth nicht sofort abberufen wird, begründeten Zwanziger und Rauball mit den Verdiensten des früheren Top-Schiedsrichters. «Sicher hat er das Schiedsrichterwesen nicht mit der Offenheit geführt, wie wir das jetzt machen wollen. Eine Abberufung wäre aber das schärfste Mittel», sagte Rauball.

Zudem will die Liga nicht noch mehr Unruhe unter den Unparteiischen. «Jetzt etwas zu ändern, wäre reiner Aktionismus. Rainer Koch hat sein Amt schon zur Verfügung gestellt, Eugen Strigel wird es tun, Manfred Amerell ist auch weg. Wir müssen auch sehen, dass es funktionsfähig bleibt», sagte Rauball.

Fandel hatte gemeinsam mit DFB-Abteilungsleiter Lutz Michael Fröhlich und Hellmut Krug von der Deutschen Fußball Liga (DFL) ein Konzept erarbeitet und dieses dem Präsidium vorgestellt. Bei den Schiedsrichter-Ansetzungen soll künftig jegliche Art der Multifunktionalität vermieden werden, die Benotung durch die Schiedsrichterbeobachter an Bedeutung verlieren. «Eine Ämterhäufung kann nicht mehr sein. Es kann nicht mehr sein, dass Ansetzen, Beobachten, Beurteilen in einer Hand liegt», meinte Zwanziger. In den kommenden Wochen sollen die Ideen des Trios mit den DFB-Juristen zu Papier gebracht werden, am 9. April dann endgültig verabschiedet werden.

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