Landkreis Dillingen Der Almhof am Rande des Donaurieds bei Pfaffenhofen ist ein gutes Beispiel für die Veränderungen in der ländlichen Region. Dies wurde gestern beim Besuch von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner deutlich. Almhofbesitzer Albert Stöckinger schilderte die Geschichte seines Anwesens vom Obstplantagenbetrieb über die Bullenmast bis hin zum Ackerbaubetrieb und zur Pferdepension. Und viele, die an der Informationsfahrt mit dem Minister teilnahmen, erinnerten sich auch an die frühere Gastwirtschaft auf dem Hof, die Ziel vieler Ausflügler gewesen ist.
Für die Weiterentwicklung des ländlichen Raumes werden derzeit in Pfaffenhofen, Lauterbach, Ober- und Unterthürheim die Fluren neu vermessen und geordnet. Zuständig dafür ist das Amt für ländliche Entwicklung in Krumbach. Bei der Fahrt durchs Donauried waren die vom Amt beauftragten Fachleute zu sehen, die derzeit die Bodenwerte auf den Feldern ermitteln und mit dem Spaten Proben nehmen. 1400 Hektar Grund werden bei Pfaffenhofen auf diese Weise neu geordnet, unförmige und für die Landwirtschaft umständliche Flurstücke, die nur 15 Meter breit, aber bis zu einem Kilometer lang sind, mit anderen zusammengelegt und getauscht. Auch Flächen für den Natur- und Landschaftsschutz werden dabei ausgewiesen. Buttenwiesens zweiter Bürgermeister Christian Knapp wies darauf hin, dass auch die landwirtschaftlichen Wege neu geordnet werden müssen, um den Verkehr zwischen den Dörfern zu reduzieren: Oft liegen die Felder sehr weit vom landwirtschaftlichen Anwesen entfernt, zu dem sie gehören.
Gleichzeitig findet in den Buttenwiesener Ortsteilen Thürheim und Pfaffenhofen die Dorferneuerung statt. Minister Brunner hörte die Hoffnung auf Zuschüsse für die geplanten Projekte – von Pfarrhofsanierungen bis zum Freilegen von einbetonierten Bächen.
Wie gut sich die Dorferneuerung auswirken kann, war in den Donau-Dörfern Blindheim und Gremheim zu erkennen, die der Minister inspizierte. Breite Asphaltflächen wurden dort in übersehbare Straßen mit blühenden Grünstreifen verwandelt und Gemeinschaftseinrichtungen für die Landwirtschaft geschaffen – vom Fahrsilo bis zur Maschinenhalle.
Wie Natur- und Landschaftsschutz sich mit extensiver und intensiver Landwirtschaft ergänzen können, dafür gab Erna Sing von der Neuschwaige bei Gremheim dem Minister ein Beispiel. Ihre Angusrinderherde grast zuverlässig die Flutmulden an der Donau ab – und erspart dem Bauern das Mähen.