Deshalb wurde vor einem Jahr die Ideengruppe gegründet, die sich - politisch unabhängig - mit der Nutzung leer stehender Gebäude in der Ortsmitte befassten und ihre Ideen jetzt dem Gemeinderat präsentierten. Eine große Rolle spielen dabei die Gebäude der ehemaligen jüdischen Gemeinde in Buttenwiesen, die in ihrer Grundstruktur noch erhalten sind und als Ensemble ein "Alleinstellungsmerkmal" sind, wie es Dr. Johannes Mordstein als Mitglied der Ideengruppe formulierte. Mordstein schlug vor, die frühere Synagoge am Schulplatz 6 als ein "Haus der Religionen" zu nutzen, mit der Darstellung der Geschichte der Weltreligionen.
Im ehemaligen Ritualbad der Juden, einem Häuschen am Schulplatz 8, will Mordstein ein erlebnispädagogisches Konzept verwirklicht wissen: "Wir könnten dort zeigen, wie die Juden dort ihre rituellen Waschungen vollzogen haben." Im sogenannten Mohleshaus, Schulplatz 10, in dem früher eine Metzgerei untergebracht war, soll nach Vorstellung Mordsteins ein Museum zur Geschichte Buttenwiesens entstehen, ein jüdisches Museum und Dokumentationszentrum jüdischer Geschichte mit der heimatkundlichen Sammlung Neuner.
Johanna Wech wollte als weiteres Mitglied der Ideengruppe die Synagoge anders nutzen und deren ursprünglichen Hallenbau wieder rekonstruieren und so der ehemals jüdischen Gemeinde ein Denkmal setzen. Der Bau könnte genutzt werden als Konzertsaal oder für andere Veranstaltungen. Deshalb müssten sanitäre Anlagen und eine Küche eingebaut werden. Michael Hahn wollte den Buttenwiesener Bürgersaal aufwerten und dort mehr Platz für Veranstaltungen - Sitzungen, Vereinsaktivitäten, Ausstellungen - schaffen. Hans Kaltner dachte an ein Gesundheitszentrum im Ort mit Sanitätshaus, Physiotherapie und Betreutem Wohnen in Nähe der Arztpraxis im Weberhaus, in dem 20 Wohneinheiten geschaffen werden könnten. Betreiber könnte ein privater Investor sein, meinte Kaltner. Maria Hagl hielt "ein Café im Ortskern für dringend notwendig als Begegnungsstätte". Hier könnten auch Patienten der Arztpraxis oder des Gesundheitszentrums ihre Wartezeit verbringen, war ihre Idee.
Städteplaner beauftragt
Bürgermeister Beutmüller freute sich über die Vorschläge der Ideengruppe, die es Wert seien, sie zu konkretisieren. Vor einer Umsetzung seien jedoch noch viele weitere Schritte notwendig, wie die Beauftragung eines professionellen Städteplaners, Prüfung der Finanzierungsmöglichkeiten und vieles mehr. Voraussetzung für eine förmliche Festlegung eines Sanierungsgebietes seien vorbereitende Untersuchungen, wie sie das Baugesetz vorschreibt.
Einstimmig beschloss der Gemeinderat dann den Beginn der vorbereitenden Untersuchungen zur Sanierung des Ortskerns. Die Auftragsvergabe an ein Städteplanungsbüro erfolgte im nicht öffentlichen Teil der Sitzung.