Buttenwiesen Es ist schon fast vier Uhr nachmittags, als Bürgermeister Norbert Beutmüller dem ranghöchsten Vertreter des Landes Bayern ein eindeutiges Angebot macht: „Wollen´s tauschen?“ – „Nein“, sagt der Ministerpräsident, „jetzt nicht mehr“.
Eben hat Horst Seehofer noch geschwärmt von der Gemeinde Buttenwiesen, die sich vorbildlich um ihre eigene Energieversorgung kümmert und die ein so schönes Rathaus hat. Nein, der Ministerpräsident will nicht mehr tauschen, denn er hat das alles schon hinter sich, kennt aus seiner politischen Frühzeit die Arbeit in den kommunalen Gremien.
Wie er so dasitzt im mit gelben Blumenarrangements geschmückten Buttenwiesener Sitzungssaal glaubt man es ihm. Unaufgeregt und ohne Pathos erzählt er bei Häppchen und Kaffee seine Version und Vision vom Leben im Lande – „es ist paradiesisch in Bayern – wir haben hier eine ungeheure wirtschaftliche und wissenschaftliche Kraft“ – und er freut sich auch über den Landkreis, den er in Lauingen und Höchstädt gerade kennengelernt hat: „Ich kann den Landkreis nicht jede Minute loben“, meint er zu Landrat Leo Schrells Vorstellung des „Bildungslandkreises Dillingen“, ehe dieser ihm mit Schirm, Charme, Landkreisbuch und -Kugelschreiber das Gastgeschenk überreicht.
Natürlich muss sich ein Ministerpräsident auch ins Gästebuch der Gemeinde eintragen, das ihm der Bürgermeister anbietet. Auch dies vollzieht Horst Seehofer mehr als nette Geste, denn als staatstragenden Akt. Wie auch zum Schluss die Überreichung des bayerischen Porzellanlöwen, den Seehofers Mitarbeiter schnell aus der Schachtel auspackt.
Der Ministerpräsident wirkt wie einer von uns, als er die Fragen der ausgesuchten Zuhörer aus Wirtschaft und Kreispolitik beantwortet. Deshalb rät er den Buttenwiesenern beim Thema Straßenbau auch: „Plant alles, was ihr wollt und lasst euch nicht abhalten von den Straßenbaubehörden. Erst planen und dann schauen, dass ihr was aus dem Futternapf abbekommt“. Da stimmt ihm Landtagsabgeordneter Georg Winter bei: Wenn das Baurecht komme, müssten die Pläne fertig in den Schubladen liegen. Ob die beiden wohl auf das ungeliebte Thema Umgehungsstraße Buttenwiesen anspielten?
Die Laune hat es jedenfalls keinem verdorben. Auch Karl Kratochvil nicht. Der Kreishandwerksmeister aus Wertingen moniert, dass es keinen Nachwuchs im Handwerk gäbe, die Schulen zu wenig auf das Handwerk hinweisen würden: „Wo haben wir noch Leute, die unsere Arbeit machen?“, fragt er. „Herr Kreishandwerksmeister, uns geht´s gut“, sagt Seehofer dazu und sieht gleichwohl das Problem – nein, lieber die „Herausforderung“, der er mit der Öffnung des Arbeitsmarktes für andere Länder begegnen will. Denn wirkliche Probleme, so vergleicht er, gibt es im bayerischen Paradies nicht. „46 Prozent Jugendarbeitslosigkeit in Spanien“ – das seien wirkliche Probleme. Und er will´s nicht mehr hören, dass immer alles schlecht geredet, negativ gesehen wird.
Nein, heut´ schon gleich gar nicht, an diesem schönen sonnigen Tag im sonnigen Buttenwiesen. „Schön habt´s es hier“ – das hat er nicht gesagt, aber er hat es sich gedacht, das hat man gesehen...
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Viele Bilder vom Besuch des Ministerpräsidenten unter
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