Von Günther Herdin
Region Wertinge Der unterschiedliche Bodenrichtwert einer Kommune, sagt der Wertinger Immobilienmakler Anton Langenmair, ist nur ein Anhaltspunkt, wenn es darum geht, den Preis für ein Haus, ein Geschäftsgebäude oder eine andere Immobilie zu errechnen. Beim Kauf oder Verkauf eines Hauses komme es auf viele Faktoren an. Vor allem auf die Objektlage und die Infrastruktur am jeweiligen Standort. Überörtliche Anbindungen wie Bundesstraßen oder Autobahnen spielen dabei ebenso eine wichtige Rolle wie ein Bahnanschluss oder Geschäfte des täglichen Bedarfs in fußläufiger Entfernung. „Und natürlich ist es auch wichtig, ob im Ort eine Schule oder ein Arzt vorhanden ist“, betont Langenmair.
Wenn Langenmair als Makler eine Immobilie veräußern soll, erstellt er in fast allen Fällen zuerst eine sogenannte Marktwertermittlung. Bevor sich der 57-Jährige an den Computer setzt, nimmt er das Objekt genau unter die Lupe. „Ich gehe in ein Haus, öffne alle Fenster, schau hinaus und frag mich dann, wer will hier wohnen?“ Ein wichtiger Faktor bei der Ermittlung des Preises sei neben der Infrastruktur die Umgebung, in der das Haus sich befindet. Ist ringsum viel Lärm, falle der Preis. Häuser an stark befahrenen Straßen wie zum Beispiel in Lauterbach seien wesentlich schwieriger zu verkaufen als ein Eigenheim in einer ruhigen Wohnsiedlung. Für einen Makler wie Anton Langenmair ist es bei der täglichen Arbeit natürlich wichtig, die Bodenrichtwerte aus der Region gut zu kennen.
Gewaltig sind die Sprünge vor allem im Landkreis Augsburg. Von 300 Euro in Gersthofen bis zu lediglich 65 Euro in Baiershofen und Hennhofen (beide Gemeinde Altenmünster) reicht die Preisspirale beim Bauland. Wer im Landkreis Dillingen ein Haus kaufen möchte oder an einen Neubau denkt, der sollte, wenn er nicht sehr viel Geld ausgeben möchte, nicht an die Stadt Dillingen oder an Wertingen denken. Beide Städte, so der Teamleiter der Abteilung Wohnbau im Dillinger Landratsamt, Dieter Kraus, halten sich auf der Preisskala ungefähr die Waage. Dillingen wegen seiner Zentralität im Kreis, Wertingen wegen seiner Nähe zum schwäbischen Oberzentrum Augsburg. Der Durchschnittswert, so Kraus, liegt in beiden Städten bei circa 110 Euro für einen Quadratmeter Grund. Wobei es sowohl in Dillingen als auch in Wertingen Filetstücke gibt, für die mehr als 300 Euro hingeblättert werden müssen. Besonders teuer lebt es sich in Wertingen rund um den Marktplatz; in Dillingen treibt das Areal an der Königstraße den Durchschnitt des Bodenrichtwerts nach oben.
Ein ausführliches Interview mit dem Immobilienmakler Anton Langenmair lesen Sie in der morgigen Ausgabe der Wertinger Zeitung