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Behinderten-Fürsorge: Ein Aufzug fürs Wertinger Schloss wird dringend gewünscht

Behinderten-Fürsorge

Ein Aufzug fürs Wertinger Schloss wird dringend gewünscht

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    Cilli Wiedemann und ihr Ehemann Xaver vor den Rathaustreppen.
    Cilli Wiedemann und ihr Ehemann Xaver vor den Rathaustreppen.

    Wertingen Die Stadträtin Cilli Wiedemann tut sich zurzeit schwer damit, den Sitzungssaal im Wertinger Schloss zu erreichen. Seit ihrer Knie-Operation muss sie ihr rechtes Bein schonen – das wird ein halbes Jahr lang dauern. „Ich sehe seitdem die Stadt mit anderen Augen. Ich erlebe nun all die Barrieren, die Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Senioren im Alltag zu schaffen machen“, sagt die Rätin aus Hohenreichen, die seit 2008 für die christlich-soziale Wählergemeinschaft der CSU-Fraktion angehört.

    Wenn sie ins Rathaus will, unterstützt sie ihr Ehemann Xaver Wiedemann. Da sie die Treppen mit langen Pausen und viel Mühe mit Krücken bewältigen kann, muss der Ehemann sie dabei nur stützen und ihr den Rollstuhl hochtragen: Der Weg in den Festsaal im ersten Stockwerk gleicht einem Fitness-Programm.

    Cilli Wiedemann, die bis 2010 vier Jahre lang als Putzfrau im Rathaus arbeitete, berichtete der WZ: „Schon damals sprachen mich oft alte Leute an, die sich einen Aufzug gewünscht hätten. Heute denke auch ich an einen Aufzug. Der wäre dringend nötig!“

    Mit ihrem Wunsch rennt die Stadträtin offene Türen ein – zumindest theoretisch – denn auch Bürgermeister Willy Lehmeier meinte im Gespräch mit der WZ: „Ich sehe die Not!“

    Vor Jahren schon hat man deswegen das Einwohnermeldeamt ins ebenerdige „Alte Amtsgericht“ ausgelagert, um den Bürgern entgegen zu kommen. Und auch Cilli Wiedemann lobt, dass die Verwaltung unbürokratisch auch mal raus zu den Bürgern geht, wenn es Schwierigkeiten gibt.

    Dennoch, die Stadträtin weist darauf hin, dass im Schloss nicht nur Amtsgänge zu erledigen sind, sondern dass dort Konzerte und Kunstausstellungen, Krippenschauen und Vorträge stattfinden: „Interessieren sich Rollstuhlfahrer nicht für moderne Malerei?“

    Bürgermeister Lehmeier ist in dieser Hinsicht nicht glücklich mit seinem Amtssitz, dem historischen Pappenheimer-Schloss: „Bei jedem Rathaus-Neubau würde heute ein Aufzug eingebaut.

    Bei unserm Schloss beginnt das Problem schon mit dem langen rampenartigen Gehweg zum Eingang. Dann gibt es zwei Treppenabsätze und weitere Treppen im Inneren. An einen Aufzug haben wir bereits gedacht. Das aber ist technisch vertrackt, denn wir haben nicht einfach vier übereinanderliegende Stockwerke, sondern Zwischenebenen, die wegen mangelnder Höhen mit einem Aufzug kaum anzufahren wären.“

    Gerade beim Schloss hätte auch der Denkmalschutz ein Wort mitzureden und die Standortfrage für einen Aufzug, der das Straßenniveau mit dem Dachboden verbinden könnte, ist ungelöst. Über eventuelle Kosten gibt es keine realistischen Zahlen, aber der hohe Sicherheitsstandard und die nötige Wartung machten einen Aufzugbau im Schloss nicht billig.

    Lehmeier verwies darauf, dass zudem aktuell zwei Bauvorhaben am Rathaus bevorstehen: Die Sanierung der Schlossmauer kostet im anstehenden Bauabschnitt an die 700000 Euro und für die Fassadengestaltung wird man 170000 Euro ausgeben.

    Dennoch: Aufzüge gehören heute zu öffentlichen Gebäuden. Zum Beispiel das Gymnasium Wertingen wurde im Rahmen der Sanierung mit einem Lift ausgestattet und auch das derzeit erneuerte Kinderhaus Sonnenschein erhält einen kleinen Aufzug für ein Stockwerk.

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