Wertingen Am heutigen Aschermittwoch beginnt sie, die Fastenzeit. Für viele ein Anlass, ihre Ernährung oder Gewohnheiten für einen Zeitraum von 40 Tagen umzustellen, doch was ist der eigentliche Sinn des Fastens? Das Verlieren von Gewicht kommt dabei nicht infrage.
„Fasten ist etwas Persönliches“, meint dazu auch der Religionslehrer Christian Pöpperl vom Gymnasium in Wertingen. Die drei klassischen Vorsätze der Fastenzeit sind das Gebet, natürlich das Fasten und das Almosen geben. Diese Zeit solle man jedoch auch zu etwas anderem nutzen: sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Dabei ginge es nicht immer um etwas Geistiges, wie man es mit Kirche häufig in Verbindung bringt, „Glaube und Besinnung ist auch eine körperliche Sache“. Der Religionslehrer erklärt durch gezielten Verzicht könne man sich freimachen von körperlichen Bedürfnissen. Damit denkt er beispielsweise an sogenannte Alltagsdrogen, wie Koffein, oder Süßes, aber auch er ist schon einen Schritt weiter gegangen und hat eine Woche komplett auf feste Nahrung verzichtet.
Fasten zur Entschlackung
Vor allem in dieser Woche hab er gemerkt, wie eng die Bindung zwischen Geist und Körper wird, so arbeitete zu dieser Zeit auch sein Kopf etwas langsamer. Insgesamt habe ihm dieses Saftfasten sehr gut getan, er fügt jedoch noch hinzu, dass man nicht denken solle, es hätte etwas mit einer Diät zu tun, in diesem Sinne habe es keine Auswirkungen gegeben.
Körper passt sich an
Auch Ernährungsberater Heinrich Klimesch weiß, dass eine einwöchige stark reduzierte Nahrungszufuhr keine Auswirkungen auf das Gewicht hat. Anfangs vielleicht schon, aber der Körper passe sich durch einen niedrigeren Energieverbrauch daran an. „Diese Art vom Fasten ist zum Entschlacken da“, ist seine Meinung. Aber auch das sei gesund, solange man genug trinke, da es den Darm reinige.
Wer wirklich vorhat, ein paar Pfunde zu verlieren, der sollte auf ein dauerhafteres Programm setzen. Heinrich Klimesch verweist auf das Programm „Leichter leben“. Hierbei lernt man nicht nur für einen kurzen Zeitraum zu verzichten, sondern die Ernährung im Alltag umzustellen. „Ein paar kleine Kniffe, wie zum Beispiel Weizenmehl statt Sahne in der Soße “, meint der Ernährungsberater, „reichen.“ Verzichten sei demnach keine Lösung, es ginge darum auch Freude an der Umstellung zu haben, denn ein dauerhafter Verzicht sei kaum möglich.
WZ-Reporterin Katrin Fischer wird ab dem kommenden Freitag selbst erfahren, was es heißt, eine Woche nur Säfte zu sich zu nehmen. (kafi)