Schwäbisch Gmünd Nicht nur der TV Wetzgau jubelte bei der Siegerehrung. Auch die Kunstturner des TSV Buttenwiesen freuten sich, dem Favoriten der 2. Bundesliga Süd drei Gerätepunkte abgenommen zu haben. Mehr als eine 32:53-Niederlage (Gerätepunkte 3:9) war nicht mehr zu holen, weil die Gastgeber mit dem neuen deutschen Meister im Pferdsprung Helge Liebrich und Ex-Vize-Weltmeister Daniel Popescu aus Rumänien angetreten waren. Gegen diese beiden Spitzenathleten war kein Kraut gewachsen. Buttenwiesen musste bei den übrigen beiden Duellen gewinnen, um überhaupt eine Chance auf Score-Punkte zu haben.
Starke Spitzenturner der Gäste
Diese Taktik war bereits am Boden von einem kleinen Erfolg gekrönt. Die stark turnenden Max Weißenhorn und Fabian Ullrich konnten ihren Kontrahenten drei beziehungsweise einen Punkt abnehmen. Auch der Schweizer Neuzugang Siro Bortolin und Routinier Florian Bau turnten ihre Übungen ordentlich durch, hatten jedoch gegen Popescu und Liebrich keine Chance. Mit dem 4:8-Rückstand waren deshalb weder Trainer noch Turner unzufrieden. Auch am Pauschenpferd gelang es, den TV Wetzgau nicht unerreichbar wegziehen zu lassen. Wiederum waren Liebrich und Popescu von den Buttenwiesenern Siro Bortolin und Thomas Rössler nicht zu halten. Max Weißenhorn und Nicolai Ullrich behielten jedoch die Nerven und konnten ihre Duelle mit vier und drei Score-Punkten gewinnen. Der knappe Geräteverlust mit 7:9 gegen einen Weltklasseturner und den deutschen Vizemeister an diesem Gerät machte in den Buttenwiesener Reihen niemanden wirklich unglücklich.
An den Ringen änderte Chef- Taktiker Markus Sommer die bislang erfolgreiche Vorgehensweise. Buttenwiesens stärkste Ringeturner Siro Bortolin und Max Weißenhorn konnten Popescu und Liebrich trotz guter Übungen nicht Paroli bieten.
Buttenwiesen geriet nach diesen Duellen mit 0:7 in Rückstand. Nun musste Buttenwiesen mit Florian Bau und Nicolai Ullrich vorlegen. Obwohl beide gute Übungen (beide mit Tsukahara als Abgang) mit aufsteigender Tendenz zeigten, hatte der Gastgeber mit Tobias Wolf und Johannes Schaal immer die passende „Antwort“ parat. Eine bittere 0:14-Niederlage an den Ringen ließ den TSV wieder davon abrücken, mit den beiden Spitzenturnern der Gastgeber mithalten zu wollen. Am Sprung musste Buttenwiesen beim ersten Duell beginnen. Fabian Ullrich wurde daher trotz persönlicher Topleistung dadurch bestraft, dass Helge Liebrich gegen ihn gesetzt wurde. Der amtierende deutsche Meister nahm Ullrich vier Punkte ab. Auch Max Weißenhorn und Anselm Schmid konnten trotz guter Sprünge gegen Wolf und Popescu nichts ausrichten. Als letzter Buttenwiesener Springer konnte Buttenwiesens Siro Bortolin jedoch dem amtierenden deutschen Hochschulmeister Dominik Pfeiffer mit einem Sonntagssprung in den sicheren Stand vier Score-Punkte abnehmen. Da alle Sprünge der beiden Mannschaften 2. Bundesliga-Topniveau darstellten, war das Trainerteam trotz der 4:10-Niederlage an diesem Gerät nicht ganz unzufrieden.
Am Barren wurden die Buttenwiesener Turner für ihr Durchhaltevermögen endlich mit einem 8:8 belohnt. Siro Bortolin und Max Weißenhorn konnten durch ihre routinierten Übungen jeweils vier Punkte holen. Am letzten Gerät – dem Reck – schaffte Buttenwiesen sogar einen Gerätesieg. Am ehemals schwächsten Gerät der Zusamtaler zeigten sich alle Akteure gegenüber der Saison 2010 verbessert. Mannschaftskapitän Luitpold Friedel stellte seine Übung komplett um und wurde für sein hohes Trainingspensum auf Anhieb mit drei Score-Punkten belohnt. Johannes Albrecht baute den Vorsprung auf sechs Punkte aus. Gegen Helge Liebrich musste Nicolai Ullrich den Vorsprung so gut wie möglich halten. Ebenfalls mit einer persönlichen Bestleistung gelang es ihm, „nur“ vier Punkte gegen Wetzgaus Ausnahmekönner abgeben zu müssen. Als tollen Abschluss für einen gelungenen Wettkampf gelang es Siro Bortolin sogar den Zwei-Punktevorsprung zu erhöhen.
„Ein solches Ergebnis gegen das Top -Team der Liga müssen die anderen Mannschaften erst einmal hinkriegen. Wichtig ist, dass sich Siro gut in die Mannschaft integrierte und alle Mann gesund und fit sind für die anstehenden wichtigen Wettkämpfe“ resümierte Vorsitzender Rüdiger Knöferl nach dem Wettkampf. Am kommenden Samstag in heimischer Halle stehen die Siegchancen besser. Mit dem Markgräfler Hochrhein Turngau kommt der Aufsteiger aus Baden nach Buttenwiesen. Dann wird Publikumsliebling Silvan Honauer das Team der Zusamtaler verstärken. (keh)