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17. September 2010 05:29 Uhr

Leitfigur der Liberalen und großer Unternehmer

Höchstädt Er war die Leitfigur der Liberalen in der Region und ein erfolgreicher Unternehmer dazu: Josef Grünbeck. Nach seiner schweren Erkrankung vor fast 15 Jahren ist es um den früheren Bundestagsabgeordneten allerdings still geworden. Der Höchstädter, der vor Energie nur so strotzte, lebt seit mittlerweile fünf Jahren in der Lauinger Elisabethenstiftung. Dort feiert Josef Grünbeck heute seinen 85. Geburtstag.

Josef Grünbeck, einst Leitfigur der Liberalen im Landkreis, feiert heute seinen 85. Geburtstag. Loni Grünbeck kümmert sich liebevoll um ihren Mann, der vor 15 Jahren schwer erkrankte. Foto: Veh
Foto: Veh

Der gesundheitlich beeinträchtigte Jubilar, der in Haan bei Dux (heute Duchov) geboren wurde, wird zu seinem Ehrentag viele Glückwünsche erhalten. Dies ist in seinem bedeutenden Lebenswerk begründet. Der heute 85-Jährige wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aus seiner Heimat vertrieben, er kam mit dem Rucksack auf dem Rücken aus dem Sudetenland in den Landkreis Dillingen. 1949 gründete der Vertreter in der Höchstädter Bahnhofstraße die Firma Wasserchemie und Apparatebau, ein Vorläufer der Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH, die heute in der Stadt rund 400 Menschen beschäftigt. Insgesamt arbeiten etwa 700 Beschäftigte für das Unternehmen.

Von 1983 bis 1994 im Deutschen Bundestag

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Neben dem Erfolg als Firmengründer wurde Grünbeck als Politiker bekannt. Von 1966 bis 1987 bestimmte er als Stadtrat die Geschicke Höchstädts mit, zweieinhalb Jahrzehnte saß er im Dillinger Kreistag. Der Sport und die Vereine waren dem leutseligen Politiker immer ein Herzensanliegen. 1986 wurde der Liberale Bezirksvorsitzender der Schwaben-FDP und 1989 Landesvorsitzender. 1978 (und nochmals 1990) wählten ihn die Bürger in den Bayerischen Landtag. 1983 folgte die Wahl in den Deutschen Bundestag, dem er bis 1994 angehörte. Dort zählte Grünbeck zwar nicht zur ersten Garnitur der FDP, durch unangepasstes Denken machte der Höchstädter aber immer wieder Schlagzeilen. Grünbeck nahm sich kein Blatt vor den Mund und legte sich auch gerne mit Franz-Josef Strauß an.

1995, zum 70. Geburtstag Josef Grünbecks, flog der damalige Wirtschaftsminister Günter Rexrodt in Höchstädt ein. Die Anerkennung für den großen Unternehmer und FDP-Politiker war überwältigend. Zwei Wochen später folgte der gesundheitliche Schicksalsschlag, der Grünbecks Leben verändert hat. Angehörige, Freunde und politische Weggefährten halten bis heute Kontakt zu dem Politiker, dessen Stimme Gewicht hatte. Auch der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher besuchte den Höchstädter während der Reha.

Heute wird Josef Grünbeck, der Ehrenbürger in Höchstädt und Duchov ist, in der Elisabethenstiftung gepflegt, seine Frau Loni besucht ihn täglich. Sie streichelt ihm liebevoll übers Gesicht und erzählt ihm vom anhaltenden Erfolg des von ihm gegründeten Unternehmens, das für seine Mitarbeiterbeteiligung ausgezeichnet wurde.

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