Unterthürheim Die Aufklärung der rechten Vorfälle in Unterthürheim dauert an. Das teilte gestern die Augsburger Staatsanwaltschaft mit. Man erinnert sich: Jugendliche aus dem unteren Zusamtal hatten 2011 eine farbige Mutter und ihre zwei Töchter gemobbt. Ein Jugendlicher hatte ihr vorgeworfen, ihre Kinder seien „die Rassenschande des Dorfs“. Die 33-jährige alleinerziehende Mutter zog in der Folge aus Unterthürheim fort. Als die Recherchen der WZ diesen Fall Ende Januar 2012 publik machten, kam der Vorfall überregional in die Medien. Unter anderem auch das bayerische Fernsehen sandte ein Kamerateam und berichtete in seiner Sendung „Quer“. Zahlreiche Leser der WZ äußerten ihren Unmut über das Treiben der rechten Jugendlichen in den Leserbriefspalten. „Rechter Abschaum“ war eine der Formulierungen, mit denen sich die Buttenwiesener distanzierten.
Heute, ein Vierteljahr später, ist es im unteren Zusamtal still geworden um diese Umtriebe. Die Polizei Wertingen und die Kripo Dillingen hatten bereits seit 2011 gegen einen wechselnden Täterkreis im Zusammenhang mit verschiedenen Delikten ermittelt. Es ging dabei nicht nur um „Heil-Hitler-Geschrei“, sondern auch – allerdings nicht im Zusammenhang mit der farbigen Mutter – um Körperverletzung und Sachbeschädigungen.
Was genau liegt nun eigentlich vor? Marco Böck, der Leiter der Verbrechensbekämpfung im Polizeipräsidium Schwaben Nord, hatte der WZ im Februar versichert, man wolle nach Abschluss der Ermittlungen über die Vorfälle aufklären. Die Ermittlungsbehörden setzen auch weiterhin auf die Unterrichtung der Öffentlichkeit. Aber Matthias Nickolai, der Sprecher der Augsburger Staatsanwaltschaft, wies gestern im Gespräch mit der WZ darauf hin, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien und eine Information der Öffentlichkeit deswegen noch nicht möglich sei. Staatsanwalt Nickolai argumentierte: „Die polizeilichen Ermittlungen sind weit fortgeschritten, aber noch nicht beendet.“ Der Staatsanwalt mochte sich auch zeitlich nicht festlegen. Er meinte: „Ein Abschluss der Ermittlungen bis Sommer erscheint nicht unwahrscheinlich.“
Buttenwiesens Bürgermeister Norbert Beutmüller meinte gestern der WZ gegenüber, er sei froh, dass sich das Thema beruhigt habe. „Aber alle negativen Dinge haben auch einen positiven Aspekt“: Der Bürgermeister zog ein Fazit über seine Erfahrungen mit den Jugendhütten und der Bauwagenszene in seiner Gemeinde: „Die Jugend ist durch die Vorfälle wach gerüttelt worden und zeigt Verantwortungsbewusstsein!“ (ews)