Schüler fertigen Hörspiel nach dem Roman von Irma Krauß

Selbstständiges Arbeiten, Teamfähigkeit und die Möglichkeit, sich neben der „trockenen Schulmaterie“ auch anderweitig Wissen anzueignen. In der Hoffnung, sich in diesen Bereichen weiter zu entwickeln, haben zehn Schüler des Gymnasium Wertingen vor anderthalb Jahren ein Projekt im Rahmen des P-Seminars gestartet. „Erstellung eines Hörspiels nach einem regionalen Jugendroman“, hieß die Aufgabenstellung.
Passt gut in den Unterricht
Die Wahl des Stoffs fiel auf „Das Wolkenzimmer“ der bekannten Kinder- und Jugendbuchautorin Irma Krauß. Doch bevor das Projekt als solches begann, setzten sich die Teilnehmer mit den entsprechenden Berufsfeldern auseinander. Tontechniker oder Grafik-Designer sind zum Beispiel an der Produktion eines Hörspiels beteiligt.
Diese Berufe kennenzulernen, stand im Fokus des ersten Halbjahres. Karsten Miess erläuterte bei der Abschlussveranstaltung die weitere Vorgehensweise: „Im zweiten Halbjahr fing es richtig an. Wir haben uns für das Wolkenzimmer entschieden, weil es auch gut in den Unterricht passt“, so der Oberstufler.
Die Geschichte handelt vom zehnjährigen Juden Jascha, der sich in der NS-Zeit mithilfe eines einarmigen Türmers in einer Kirche versteckt. Doch der Roman bot noch keine einwandfreie Vorlage. Teilweise mussten Passagen abgeändert werden, um die für ein Hörspiel so wichtige Ausgewogenheit zwischen Erzählstimme und Dialogen zu erhalten.
Die Aufnahmen im Studio bereiteten der Gruppe besonderen Spaß. „Das war mal was ganz anderes“, so Miess. Mit dazu gehörten ein Logopädieseminar, genau so wie die Erfahrung, dass jedes kleine Geräusch, wie ein surrendes Licht, die Aufnahme stören kann. Doch davon ließ man sich nicht beirren: „Probleme gehören dazu und selbstständig Lösungen zu finden, ist Teil des P-Seminars“, findet Organisatorin Angelika Rau.
Ein anderer, ganz wichtiger Punkt, war die Finanzierung des Projekts. Schließlich musste ein Tonstudio gefunden werden, das kostengünstig aber trotzdem professionell arbeitet. In Max Baur, selbst ehemaliger Schüler am Wertinger Gymnasium, fand sich die geeignete Unterstützung.
Neben dem Abmischen hat Baur mit seiner Band auch die Hintergrundmusik eingespielt. Die Kosten für das Tonstudio wurden weitgehend vom Schulverein gedeckt. Mit rechtlichen Fragen mussten sich die Gymnasiasten ebenfalls auseinandersetzen, schließlich soll das fertige Produkt dann in den Verkauf gehen. Die vorgespielten Ausschnitte sowie das professionell gestaltete Layout zeigen, dass das Hörspiel durchaus dem hohen Anspruch gerecht wird, den die Schüler an sich selbst stellten.
Stolz und erleichtert zeigte sich die Projektgruppe um Angelika Rau über das Erreichte. „Auch mich macht das Ergebnis stolz, es ist sehr schön geworden“, lobte die Autorin Irma Krauß. (phwi)
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: