In einer feierlichen Prozession zogen die Gläubigen aus Asbach am heutigen Sonntagvormittag durch den Ortsteil von Laugna und anschließend den Waldweg hinauf zum Ottilienberg. Angeführt wurde der Zug von der Musikkapelle Osterbuch, welche den feierlichen Gottesdienst, der sich anschloss, musikalisch begleitete.
Privatinitiative
Ulrich Reitenberger hat die neue Kapelle in Privatinitiative erstellt. „Mir ist im Leben viel Gutes widerfahren. Hiermit möchte ich meine Dankbarkeit ausdrücken“, erklärt er, warum. Ein lang gehegter Wunsch der Asbacher ginge mit dem Bau in Erfüllung, meint er. Und erzählt weiter: „Das Ottilienfest wurde in den vergangenen 25 Jahren in der Pfarrkirche St. Ottilie gefeiert, in den Jahren vorher ging ein Kirchenzug zum Waldrand, wo gebetet wurde.“ Warum diese Tradition eingestellt worden sei, wisse er nicht. Mit dem Bau der Kapelle möchte der 59-Jährige den Asbachern etwas zurückgeben. „Die intakte Gemeinschaft, die in Asbach gepflegt wird, ist ein Stück Lebenswertigkeit“, schickt er ein großes Lob an seine Mitbürger. Sein Dank geht auch an die Helfer, die ihn beim Bau unterstützt haben.
Domvikar Dr. theol. Wolfgang Hacker feierte in Konzelebration mit Pfarrer Dr. Joseph Kaniamparambil und Diakon Jürgen Brummer die heilige Messe. Während dieser erfolgte die Einweihung der neu gebauten Kapelle.
„Der Ottilienberg ist für Asbach ein bedeutender Ort“, erwähnte Laugnas Bürgermeister Georg Keis in einer kurzen Ansprache zu Beginn der Messe. „Der Weihwasserkessel ist seit den 20er Jahren hier an diesem Platz gestanden“, ergänzte Forstdirektor Hartmut Dauner, der in Vertretung des Eigentümers, der Stadt Augsburg, das Einverständnis zum Bau und zum Anlegen der Wege erteilt hat, und meint: „Hier im Wald ist die Schöpfung und der Schöpfungsgedanke noch eins.“
Typisch schwäbisch
Kreisheimatpfleger Alois Sailer ist mit verantwortlich für die Gestaltung der Kapelle: „Es ist eine typisch schwäbische Kapelle in einer zeitlosen Form“, unterstreicht er. Und betont: „In der heutigen Zeit ist es wichtig für unsere Generation, wieder wertvolle heilige Plätze zu bauen.“
Wie wichtig den Asbacher Gläubigen ihre Ottilienwallfahrt ist, zeigte die Anzahl der Gäste, welche nach dem Gottesdienst noch von der Familie Reitenberger zum Mittagessen eingeladen wurden.(bbk)