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Straßensituation: Wegen der Lastwagen: Lieber auf einem Umweg zur B2

Straßensituation

Wegen der Lastwagen: Lieber auf einem Umweg zur B2

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    Otto Marchner
    Otto Marchner

    Wertingen Die Verkehrssituation im Raum Wertingen – vor allem die Staatsstraße 2033 – war Thema eines WZ-Gesprächs mit Otto Marchner, einem Verkehrsexperten, der ehrenamtlich in der örtlichen „Agenda Verkehr“ mitarbeitet. Der pensionierte Diplomingenieur sammelte in 35 Berufsjahren beim TÜV Erfahrungen – was den Verkehr betrifft – in ganz Schwaben:

    Die 2033 ist eine Lebensader, an der sich zahlreiche große und kleine Industrie angesiedelt hat: VEGA, Holz Denzel, Berchtenbreiter-Aufzüge...

    Otto Marchner: Eine Lebensader, das ist klar. Als Dillinger wäre ich deswegen wohl auch für die Dreifeldbrücke (Overfly) an der Laugnakreuzung. Als Wertinger kritisiere ich, dass der Overfly leider nur dem Durchgangsverkehr dient. Die jetzige Planung benachteiligt den Verkehr aus den Wertinger Gewerbegebieten. Mit einem Kreisverkehr ohne Brücke käme man künftig an der Laugnakreuzung leichter von Geratshofen aus auf die Staatsstraße. Künftig muss ein Lastwagen bei der Einfahrt „Vorfahrt gewähren“ und womöglich zehnmal anfahren, bis er reinkommt: Umständlich, gefährlich, hohe Energiekosten!

    Aber zurück zum Thema Lebensader. Viele Menschen benötigen diese Straßen, um zur Arbeit zu fahren. Früher fuhr man zwischen Wertingen und Augsburg durch Bliensbach, Rieblingen , Biberbach, Langweid, Stettenhofen. Heute fährt man schneller, staufreier und die Wohnorte werden nicht mehr belästigt! Das deutet darauf hin, dass der Straßenbau – zumindest vor Ort – nicht zu verteufeln ist.

    Otto Marchner: Ja, generell sollte man den Straßenbau nicht verteufeln. Ich denke an Pendler aus Reatshofen, die heute lieber über Langenreichen zur B2 fahren, weil auf der kürzeren Verbindung 2033 zu viele Lastwagen unterwegs sind.

    Die Staatsstraße 2033 ist seit Jahren überlastet. Sei es wegen der Mautflucht, sei es wegen des Quellverkehrs. Deswegen müsste man einen vierspurigen Ausbau wagen. Oder zumindest Überholspuren.

    Otto Marchner: Schon! Aber man hat weder Geld noch Gelände.

    Die Planungen hätten eigentlich schon im Zuge der Umfahrungen von Rieblingen und Bliensbach angeleiert werden müssen.

    Otto Marchner: Der frühere 2. Wertinger Bürgermeister Alfred Sigg hatte jahrelang Tausch-Grundstücke für den Bau der Wertinger Südumgehung für die Stadt angekauft. Die Bauern wollen kein Geld, sondern Ausgleichsflächen. Man sieht die Probleme ja auch in Villenbach. Dort gibt es 18 Bauern, die allesamt ihren Boden nicht verkaufen wollen, weil sie ja Grund und Boden für ihre Arbeit benötigen.

    Das Problem ist: Man kann zwischen B2 und Wertingen wegen der Lastwagen kaum überholen.

    Otto Marchner: Auf der B2 in Richtung Nürnberg gab es schon sehr früh wechselseitige Doppelspuren. Das wäre wohl die billigste Art, um auch unsere Staatsstraße 2033 zu entschärfen.

    Die allerbilligste Art wäre wohl die Hoffnung, dass der Verkehr auf der Staatsstraße 2033 weniger wird: Kann man sich vorstellen, dass die Belastung stagniert?

    Otto Marchner: Beim Overfly-Streit behaupteten Experten, dass der Verkehr bis 2025 auf dieser Staatsstraße zunimmt. Ich meine, die Zukunft kann niemand vorhersehen. Niemand kann sicher sein, wie die Entwicklung wird.

    Hier noch eine andere nötige Entlastung: Eine Nordspange mit einer Brücke über die Zusam zur Donauwörther Straße hin könnte Nordwertingen besser erschließen und das Zentrum vom Verkehr entlasten.

    Otto Marchner: Weil der Boden in Zusamnähe sehr morastig und sumpfig ist, wäre diese Nordspange wohl sehr teuer. Aber wenn man sich einen Overfly an der Südumgehung leisten kann, dann könnte man auch im Norden in den Straßenbau Geld investieren... "Kommentar

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