Das Thema „Energie aus Windkraft“ ist nach Jahren hochgestimmter Erwartungen in der wirtschaftlichen und kommunalpolitischen Wirklichkeit angekommen.
Der Beweis für diese These wurde diese Woche mehrfach in Wertingen geliefert: Im Stadtrat erhielt der Herbertshofer Windrad-Investor Georg Roth, der sich seit zwei Jahren um ein Windrad bei Hirschbach bemüht, wieder eine Watschen. Am selben Dienstagabend legte der Stadtrat Wertingen die interkommunale Zusammenarbeit mit Meitingen, Biberbach und Laugna auf Eis. Das bedeutet, dass nun kein „einig Volk von Brüdern“ das Gedeihen der Windenergie voranbringt, sondern dass wohl jede Kommune in der Wertinger Region ihren eigenen Weg geht: Kleckern, nicht klotzen!
Auch die Infoveranstaltung der Rechtsanwältin Dr. Astrid Funke am Donnerstag mag so manchen Idealisten erschreckt haben. Denn die Experten demonstrierten, dass die Ablösung der Atomenergie zwar idealistisch gut gemeint ist, dass man aber „durch den Staub zu den Sternen“ muss: Ein Windrad ist eigentlich eine Art Fabrik, man benötigt viel Kapital, man braucht Anwälte, man muss endlos verhandeln, man muss sich vor Pfusch und Spekulantentum in Acht nehmen und nirgendwo gibt es einen sicheren und garantierten Fahrplan hin zum vermögensfreundlichen Gelingen. Auch die Landwirte grämen sich: Wer mit 30000 Euro Jahrespacht pro Windrad-Standort liebäugelte, sollte sich in unserer windarmen Region wohl mit einem Drittel zufrieden geben.
Überall leidige Hindernisse?
Aber gerade das zeigt, dass der Kampf für die Windenergie nun endlich real ausgetragen wird. Wenn man die Windenergie nicht wie bisher als exotisches Zubrot zum Atomstrom ansieht, sondern als Alltags-Energieform mit Zehntausenden von Rotoren in ganz Deutschland, denn muss das ausgekämpft werden. Da darf man nichts übers Knie brechen. Wertingens Räte haben richtig entschieden. Sie lähmen die Entwicklung nicht, sondern sie stellen sie auf eine breitere und gerechtere Basis.