Hirschbach Ina Ullrich aus Hirschbach hat ursprünglich mit dem Luftgewehr geschossen, doch als sie den Vorstufenübungsleiterschein gemacht hat, stellte sich heraus, dass sie mit der Pistole besser trifft. „Es gibt Leute, denen liegt das Pistolenschießen mehr als das Luftgewehr“, meint sie. Ein großer Vorteil, den sie sieht: „Ich geh mit dem Pistolenkoffer zum Schießen, mehr brauch ich nicht.“ Da sie sich nicht erst umziehen muss, ist sie oft schon fertig, wenn die anderen den Schießstand betreten. Gerhard Dorfmüller aus Westendorf ergänzt: „Wir dürfen nicht einmal schießunterstützende Hilfen haben.“ Damit sind spezielle Jacken gemeint.
Die beiden glauben auch, dass diese überhaupt nichts nützen würden. Mit der Pistole ist es schon schwieriger zu treffen, räumen sie ein. Denn es ist nur eine kürzere Linie vorhanden, um den Zielpunkt anzuvisieren. „Zwischen Kimme und Korn sind nur 25 Zentimeter“, so Ullrich. Um das auszugleichen, sind die Scheiben für die Pistolenschützen größer. Lauter als die Gewehre sind die Pistolen auch nicht. „In beiden Fällen wird mit Druckluft geschossen“, erklärt Dorfmüller, der im Gauvorstand Ansprechpartner für die Luftpistolenschützen ist. Dieselben Kugeln werden verwendet und die Pistolenschützen stehen mit ihren Vereinskameraden mit den Luftgewehren gemeinsam am Stand und schießen bei den normalen Rundenwettkämpfen mit.
Im Bezirksrundenwettkampf gibt es einen eigenen Wettkampf für die Pistolenschützen, in dem sich 17 Mannschaften von der Gauoberliga bis zur Gauklasse miteinander messen. Während Ina Ullrich im Gaurundenwettkampf für ihren Heimatverein König Ludwig Hirschbach-Possenried schießt, in dem sie die einzige Pistolenschützin ist, tritt sie im Bezirksrundenwettkampf für Luftpistolen für Zusamaltheim an. Die Mannschaft belegte in dieser Saison hinter Biberbach den zweiten Platz in der Gauliga.
Stolz ist Gerhard Dorfmüller auf die guten Nachwuchspistolenschützen, „welche die letzten fünf Jahre immer bei der bayerischen Meisterschaft mit vorne gelandet sind“. Johannes Gumpp aus Herbertshofen ist als Einzelschütze sehr erfolgreich. „In der Juniorenklasse männlich wurde er Vierter“, so Dorfmüller. Daniela Neureiter aus Westendorf wurde in der Juniorenklasse weiblich ebenfalls Vierte, und Katharina Dorfmüller aus Westendorf in der Damenklasse Dritte. Anfang Juli starten sie bei den bayerischen Meisterschaften in München-Hochbrück. „Der Erfolg ist da“, freut sich Dorfmüller.
Für die Schützen ein Höhepunkt ist das Landesschießen am ersten Sonntag des Oktoberfests. Mit zwei Bussen fahren die aus dem Gau Wertingen auch dieses Jahr nach München. Worauf sich Ina Ullrich als Pistolenschützin besonders freut: „Ich habe voriges Jahr schon im Dirndl geschossen, das mache ich heuer auch wieder.“