Der Atomausstieg könnte einer Studie zufolge die Energiekonzerne bis zu 44 Milliarden Euro kosten. Um gegen die mögliche Pleite eines Kernkraftwerksbetreibers gewappnet zu sein, schlägt das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) daher einen öffentlich-rechtlichen Atom-Fonds vor. In einer Studie im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace vertreten die Experten die Ansicht, die bisher bei Eon, RWE, Vattenfall und EnBW angehäuften Rücklagen – derzeit rund 30 Milliarden Euro – seien nicht insolvenzsicher. Die Konzerne weisen das zurück.
Entsorgung des Atommülls wird teuer
Für die Abwicklung der stillgelegten und neun noch laufenden Kernkraftwerke sowie für die Entsorgung des Atommülls werden nach der Studie mindestens 34 Milliarden Euro benötigt. Weitere zehn Milliarden Euro seien als Puffer notwendig, da solche Großprojekte immer teurer als geplant verlaufen würden. Zudem ist noch unklar, was ein möglicher Neustart bei der Suche nach einer Endlagerung kosten könnte. Daher seien 44 Milliarden Euro als Vorsorge notwendig. 2011 beliefen sich die Schätzungen noch auf 18 Milliarden Euro für Rückbau und Entsorgung.
Greenpeace und das FÖS fordern einen Fonds, in den langfristig Rückstellungen für die atomare Endlagerung fließen sollen. Bei RWE und Eon wurde betont, der Vorschlag entbehre jeder Grundlage, da das bisherige System gut funktioniere. dpa