Demnächst soll der über 800 Meter hohe "Burj Dubai" eingeweiht werden, doch wieder einmal erweist sich ein Immobilien-Rad als zu groß, das man drehen wollte, meint Rüdiger Heinze.

Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, damit wir uns einen Namen machen. So ist es in der Bibel zu lesen, so haben es die alten Niederländer reihenweise gemalt, so begleitet das Prinzip vom Turmbau zu Babel alles Streben nach immer noch Höherem die Menschheitsgeschichte.
Die Geschlechtertürme im toskanischen San Gimignano, die Banken-Türme von Frankfurt: Sie waren und sind Nachfahren des Turmbaus zu Babel, sie sind Zeichen tatsächlicher, doch vergänglicher Macht, Zeichen vermeintlicher Macht, Zeichen auch von Hochmut, Eitelkeit und Überheblichkeit. Der Befund ist klar, aber der Wettstreit um das größte von Menschen gefertigte Bauwerk geht interkontinental dennoch weiter.
Demnächst soll der über 800 Meter hohe "Burj Dubai" eingeweiht werden, nicht weit weg vom so genannten "achten Weltwunder", der künstlichen "Palmeninsel". Aber obwohl nichts höher als er in Dubai, fällt schon jetzt ein Schatten auf den Turm. Wieder einmal erweist sich ein Immobilien-Rad als zu groß, das man drehen wollte. Rüdiger Heinze
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