Mindestens 223 Gasversorger in Deutschland wollen demnächst die Preise erhöhen. Im Schnitt steigt der Gaspreis damit um 10.7 Prozent. Kunden sollten vergleichen und wechseln.

Kaum nähert sich die kalte Jahreszeit, ziehen prompt die Gaspreise an. Das Verbraucherportal toptarif.de teilte am Mittwoch mit, auf einen vierköpfigen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden Gas kämen bei den für Oktober oder November geplanten Erhöhungen somit jährliche Mehrkosten von etwa 141 Euro zu.
Daniel Dodt, Experte des Verbraucherportals, empfiehlt Kunden die verschiedenen Anbieter zu vergleichen und unter Umständen zu wechseln. Im Durchschnitt gebe es in jeder Großstadt 24 Anbieter, die Gas billiger anböten als die großen Grundversorger mit ihren preiswertesten Tarifen. Eine Wettbewerbsanalyse in den hundert größten deutschen Städte habe ergeben, dass viele große örtliche Grundversorger bei ihrer Preisgestaltung nur im Mittelfeld rangierten und von vielen Mitbewerbern unterboten würden.
Die Versorger begründen die Preiserhöhungen meist mit dem steigenden Ölpreis: Viele Unternehmen haben langfristige Lieferverträge, die an den Ölpreis gekoppelt sind. Verteuert sich das Öl, zieht der Gaspreis mit einer Verzögerung von etwa einem halben Jahr nach. Es gibt mittlerweile allerdings auch Anbieter, die sich kurzfristig am Spot-Markt Gas besorgen. Daher wird der Unterschied zwischen den Gaspreisen nach Beobachtung der Verbraucherportale mit der Zeit immer größer.
Tipp: Zur Berechnung des günstigsten Tarifs müssen der Jahresverbrauch in Kilowattstunden laut Jahresabrechnung und die Postleitzahl eingegeben werden. Wenn auf der Gasrechnung der Verbrauch nur in Kubikmetern angegeben ist, kann der Wert mit 9,2 multipliziert werden, um einen annähernden Wert in Kilowattstunden zu erhalten.
Meist müssen an den neuen Anbieter per Post, Telefon oder Internet die persönlichen Daten wie Name und Anschrift übermittelt werden, daneben Angaben zum bisherigen Energieversorger, die dortige Kundennummer, die Nummer des Gaszählers sowie der gewünschte Liefertermin. Danach erhält der Kunde eine Bestätigung über den neuen Vertrag. Der neue Anbieter übernimmt dann in aller Regel kostenlos die restlichen Formalitäten wie etwa die Kündigung beim bisherigen Versorger. Teils empfiehlt es sich, als Verbraucher den Stand den Anbieterwechsels zwischenzeitlich bei seinem alten Versorger zu überprüfen.
Die meisten Gaskunden in Schwaben können aufatmen: Die Preise werden bis Ende dieses Jahres nicht erhöht. afp
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