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Auto: Der (grüne) Genfer Autosalon

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Der (grüne) Genfer Autosalon

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    Kein grünes Auto: Koenigsegg präsentiert in Genf den 1115 PS starken Agera R. Die Skibox hält 300 km/h stand - deutlich weniger als das Maximaltempo des Supersportwagens. (Bild: Walter/dpa/tmn)
    Kein grünes Auto: Koenigsegg präsentiert in Genf den 1115 PS starken Agera R. Die Skibox hält 300 km/h stand - deutlich weniger als das Maximaltempo des Supersportwagens. (Bild: Walter/dpa/tmn)

    Die Stimmung auf dem Genfer Autosalon ist gut. Die Auftragslage ist ausgezeichnet. Über 60 Millionen Autos sollen 2011 verkauft werden, ein Rekordjahr steht an. Darüber hinaus sind unter den rund 170 Neuheiten erstaunlich viele Fahrzeuge mit zukunftsweisenden Antriebskonzepten zu sehen.

    Vor allem in Asien, Russland und den USA ist die Nachfrage nach Automobilen groß. Schon heute lässt sich nach einhelliger Meinung von Marktexperten absehen, dass Volkswagen, Audi, BMW, Mercedes und Porsche in diesem Jahr sowohl neue Absatzrekorde als auch Rekordgewinne einfahren werden. Unternehmen wie Opel oder Ford Europe, die stark vom westeuropäischen Markt abhängig sind, sind in ihrer Einschätzung etwas vorsichtiger. Doch auch Opel-Vorstandschef Nick Reilly hat nach jahrelangen Verlusten die Gewinnzone vor Augen. „Der Großteil der Restrukturierung liegt hinter uns“, sagte er. Die General-Motors-Tochter werde wie geplant im laufenden Jahr die Gewinnschwelle erreichen und ab 2012 dauerhaft schwarze Zahlen schreiben.

    Mehrere Autobauer kommen inzwischen mit der Produktion nicht mehr nach. Kunden, die einen BMW X3 bestellt haben, müssen monatelang warten, bei Audi und Porsche ist es kaum besser. Obwohl nach wie vor viele hochmotorisierte Sport- und Luxuswagen auf der Messe zu sehen sind, geht der Trend auch in Richtung Öko. Alle großen Hersteller stellen ihre neu entwickelten E- und Hybrid-Modelle vor, die dieses oder kommendes Jahr in Serie gehen sollen.

    Japanische Konzerne wie Toyota liegen Studien zufolge klar vor der deutschen Konkurrenz. Doch Audi, BMW und Mercedes haben aufgeholt. Selbst Sportwagenbauer Porsche zeigt den Viertürer Panamera in der Hybrid-Version. Das erste deutsche Elektroauto, das Ende des Jahres auf den Markt kommt, ist der Opel Ampera, ein 43 000 Euro teurer Mittelklassewagen.

    Eigentlich ist die Begeisterung um E-Mobile auf dem Autosalon verwunderlich, denn der Markt ist bislang noch überschaubar. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland gerade einmal 309 Elektro- und 10 319 Hybridfahrzeuge verkauft. Volkswagen-Chef Martin Winterkorn ist überzeugt, dass sich die Elektroautos dennoch durchsetzen werden. Er fordert von der Politik finanzielle Unterstützung, um die Umstellung auf die neue Technik schneller vorantreiben zu können. Am Montagabend stellten die Wolfsburger unter anderen die neu interpretierte Studie eines VW Bully auf Elektroantriebbasis vor.

    Einer Studie der Ruhr-Universität Duisburg-Essen zufolge werden in diesem Jahr etwa 100 000 E-Mobile verkauft. Nach Einschätzung von Roland Nosky, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Augsburger Handelsgruppe AVAG, wird die angepeilte Zahl von einer Million Fahrzeugen bereits vor 2020 erreicht. Alleine Nissan will vom Kleinwagen Leaf rund 50 000 Stück auf den Markt bringen. Aber auch Citroën (C-Zero), Peugeot (iOn), Smart und, wie beschrieben, Opel mit dem Ampera gehen mit eigenen, für den Massenmarkt tauglichen Fahrzeugen an den Start.

    Audi-Vorstandschef Rupert Stadler denkt sogar schon einen Schritt weiter. Auf der Messe führten die Ingolstädter einen selbst fahrenden Prototypen des TT vor. Doch von der Marktreife ist das Fahrzeug noch weit entfernt.

    Um langfristig auch als nur mittelgroßer Konzern im technischen Wettrüsten mithalten zu können, stellte BMW eine neue Kooperation vor. Die Bayern wollen mit PSA Peugeot Citroën 100 Millionen Euro in ihr geplantes Hybridtechnologie-Joint-Venture „BMW Peugeot Citroën Electrification“ investieren. Die Entwicklung dürfte dabei in München, die Produktion in Frankreich angesiedelt sein. „Es wird erwartet, dass bis Jahresende 400 Mitarbeiter für das Joint Venture arbeiten werden“, kündigte BMW an. Fahrzeuge beider Unternehmen sollen ab 2014 mit den neuen Hybridkomponenten ausgestattet werden.

    Ziel der neuen Allianz ist es BMW-Chef Norbert Reithofer zufolge, eine möglichst große Zahl gemeinsamer Komponenten für beide Partner zu entwickeln und zu produzieren, um Größenvorteile zu erreichen. Eingesetzt werden die Teile in Modellen von Mini und BMW. Auch Rolls-Royce könnte profitieren. Schon jetzt zeigt sich das Luxuslabel umweltbewusst. In Genf zeigt Rolls-Royce das Flaggschiff Phantom mit Elektroantrieb – allerdings noch als Technik-Prototyp.

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