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DAX bricht ein: Die Börsen beben

DAX bricht ein

Die Börsen beben

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    Die Anzeigetafel des Deutschen Aktienindex DAX, aufgenommen am Donnerstag (18.08.11) in der Deutschen Börse in Frankfurt am Main. Der deutsche Aktienmarkt ist wegen schlechter Konjunkturdaten im Sturzflug: Gegen 16.05 Uhr verzeichnete der DAX ein Minus von knapp sieben Prozent auf 5.536 Punkte.
    Die Anzeigetafel des Deutschen Aktienindex DAX, aufgenommen am Donnerstag (18.08.11) in der Deutschen Börse in Frankfurt am Main. Der deutsche Aktienmarkt ist wegen schlechter Konjunkturdaten im Sturzflug: Gegen 16.05 Uhr verzeichnete der DAX ein Minus von knapp sieben Prozent auf 5.536 Punkte. Foto: Mario Vedder/dapd

    Der DAX schloss mit einem Minus von 5,82 Prozent bei 5602,80 Punkten – der größte Tagesverlust seit November 2008. An der Wall Street sackte der Dow Jones zwischenzeitlich um mehr als 4 Prozent ab. Der Kurs des Euro geriet ebenfalls unter Druck.

    Hintergrund sind weltweite Rezessionsängste und die Schuldenkrisen auf beiden Seiten des Atlantiks. Schon Ende Juli und Anfang August hatte eine regelrechte schwarze Serie die internationalen Börsen in die Tiefe gerissen. Die Dimension der Kurseinbrüche hat mittlerweile das Niveau vom Herbst 2008 erreicht – also die Zeit der schweren Finanzmarktkrise im Zuge der Pleite von Lehman Brothers.

    Mit dem Verlust vom Donnerstag büßte der Dax nun einen großen Teil seiner Gewinne der vergangenen Woche wieder ein. Seit Anfang August verlor das Börsenbarometer mehr als 21 Prozent. Der Dax war infolge negativer Vorgaben bereits schwach gestartet und brach am späten Vormittag plötzlich jäh ein. Unerwartet schwache Konjunkturdaten aus den USA beschleunigten die Talfahrt dann noch einmal. Auch der MDax der mittelgroßen Werte und der Technologiewerte-Index TecDax sackten ab: Für den MDax ging es um 6,07 Prozent auf 8532,89 Punkte bergab, der TecDax büßte 4,87 Prozent auf 686,54 Punkte ein.

    Tippfehler könnte Auslöser sein

    Am späten Vormittag hatte ein ganzer Schwall an Verkäufen im Dax-Future – das sind spekulative Wetten auf die künftige Entwicklung des Leitindex – den Dax tief ins Minus gedrückt. Als Auslöser des plötzlichen Sturzes galt zunächst eine versehentlich zu umfangreiche Verkaufsorder – ein sogenannter „Fat Finger“. Börsianer sprechen von einem „Fat Finger Trade“, einem Handel mit dickem Finger, wenn einem Händler im temporeichen Computerhandel ein Eingabefehler unterläuft. Sie meinen damit eine fehlerhafte Wertpapier-Order, etwa durch einen Tippfehler. Werden versehentlich viel zu hohe Verkaufsaufträge gegeben, bleibt das nicht ohne Folgen für den Handel. Das trifft umso mehr bei sehr angespannten Marktsituationen wie derzeit zu. Viele Händler in Frankfurt allerdings bezweifelten diese Version. Verstärkend könnten sich im Computerhandel aber bestimmte Handelsoptionen auswirken: Viele Anleger geben ihrer Bank den Auftrag, Aktien automatisch zu verkaufen, sobald sie unter einen bestimmten Wert fallen, um Verluste zu vermeiden. Bei fallenden Kursen gehen diese Verkäufe dann ohne menschliches Zutun über die Bühne und verstärken den Negativtrend noch.

    Belastet durch die Börsenturbulenzen verlor auch der Kurs des Euro stark. Die europäische Gemeinschaftswährung sank um mehr als zwei Cent auf 1,4275 US-Dollar. Im Vormittagshandel hatte der Euro noch zeitweise 1,4512 Dollar gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,4369 (Mittwoch: 1,4477) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6959 (0,6908) Euro. „Die Verunsicherung an den Finanzmärkten ist sehr groß und darunter leidet der Euro“, sagte You-Na Park, Devisenexpertin bei der Commerzbank. Dagegen trieb der abermalige Einbruch der Aktienmärkte den Goldpreis auf ein Rekordhoch. In der Spitze kostete eine Feinunze (rund 31 Gramm) des Edelmetalls 1826,45 US-Dollar. dpa

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