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Frauenförderung: Eine statt keine

Frauenförderung

Eine statt keine

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    Auf die Vorstände der Dax-Unternehmen sagen, sie möchten mehr Frauen in der Konzernspitze - allerdings strikt freiwillig. Ein gesetzlicher Zwang ist erst einmal vom Tisch.
    Auf die Vorstände der Dax-Unternehmen sagen, sie möchten mehr Frauen in der Konzernspitze - allerdings strikt freiwillig. Ein gesetzlicher Zwang ist erst einmal vom Tisch. Foto: dapd

    Auf dem Podium, immerhin, sitzen genauso viele Frauen wie Männer, ganz ohne Quote, ganz ohne Gesetz. Vier Frauen, vier Männer. Bei genauerem Hinsehen allerdings tritt der Unterschied offen zutage: Während die Bundesregierung gleich mit drei Ministerinnen – Kristina Schröder, Ursula von der Leyen (beide CDU) und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) – und einem Mann, Wirtschafts-Staatssekretär Bernhard Heitzer, vertreten ist, ist das Verhältnis auf der Seite der dreißig größten deutschen Unternehmen genau andersherum: Nur eine Frau, nämlich Regine Stachelhaus von Eon, wird flankiert von drei Männern: Christian Schwolow und Thomas Sattelberger von der Deutschen Telekom sowie Harald Krüger von BMW.

    Ein Bild mit höchster Symbolkraft

    Ein Bild mit höchster Symbolkraft. In den Führungspositionen der Wirtschaft sind Frauen noch immer deutlich in der Minderheit. Wobei Wirtschaft nicht gleich Wirtschaft ist. Während in den mittelständischen Unternehmen der Frauenanteil in der Führungsebene mittlerweile bei 30 Prozent liegt, beläuft er sich im Vorstand der 160 börsennotierten Firmen auf gerade einmal drei Prozent – 21 Frauen stehen 647 Männer gegenüber. In die Vorstände der 30 Dax-Unternehmen haben es bislang lediglich sieben Frauen geschafft; in den meisten Vorständen sitzt keine einzige Frau.

    Um das zu ändern, drängt die Politik schon seit Längerem auf eine deutliche Veränderung in der Unternehmenskultur. Doch die Forderung von Arbeits- und Sozialministerin Ursula von der Leyen nach einer gesetzlich festgeschriebenen einheitlichen und verbindlichen Frauenquote ist fürs Erste vom Tisch, im koalitionsinternen Streit hat sich Frauen- und Familienministerin Kristina Schröder, unterstützt von Bundeskanzlerin Angela Merkel und der liberalen Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, mit ihrem Konzept einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Wirtschaft durchgesetzt. Doch von der Leyen denkt nicht daran, nachzugeben.

    Eigene Selbstverpflichtung für jedes Unternehmen

    Bei einem Spitzentreffen am Montag in Berlin bekannten sich die Personalvorstände der 30 Dax-Unternehmen zu dem Ziel, den Anteil der Frauen in den Führungspositionen „deutlich“ zu erhöhen. „Unternehmen profitieren davon, wenn mehr Frauen an ihrer Führung beteiligt sind“, sagte BMW-Personalvorstand Harald Krüger. Gleichwohl lehnten sie es ab, sich auf eine einheitliche Quote festzulegen. Stattdessen gab jedes einzelne Unternehmen eine eigene Selbstverpflichtung ab, um wie viel Prozent der Frauenanteil bis zum Jahr 2015 steigen soll. Man setze auf „realistische, unternehmensspezifische und messbare Ziele“, so Krüger. Um den Druck auf die Firmen zu erhöhen, die selbst gesteckten Ziele auch wirklich anzustreben, soll jedes Jahr ein Fortschrittsbericht erstellt und der Öffentlichkeit vorgestellt werden. „Wir werden uns jedes Jahr messen lassen“, versprach Krüger namens der Wirtschaft.

    Frauen- und Familienministerin Kristina Schröder zeigte sich von dieser Selbstverpflichtung angetan. „Das ist der Beweis, dass meine Idee funktioniert“, sie habe mit ihrer „Flexiquote“ innerhalb eines halben Jahres mehr erreicht als alle Regierungen seit zehn Jahren, sagte sie mit Blick auf ihre Kabinettskollegin Ursula von der Leyen, die sich für eine gesetzliche Quote starkgemacht habe. Sie setze auf „Transparenz und Wettbewerb“, so Schröder, durch die Selbstverpflichtung werde ein Prozess in Gang gesetzt.

    Arbeitsministerin von der Leyen („Ich bin die treibende Kraft!“) blieb dagegen skeptisch und distanzierte sich blieb dagegen skeptisch und distanzierte sich offen von Schröder. Der Anteil von Frauen in Vorständen sei ausgeklammert worden, die Zahlen der 30 Dax-Unternehmen seien nur schwer miteinander vergleichbar, der Aufstieg der Frauen komme nur „im Schneckentempo“ voran, kritisierte sie. Ausdrücklich drohte sie mit einer gesetzlichen Regelung, sollte der Frauenanteil nicht signifikant steigen. Denn Frauenministerin Schröder konnte die Frage nicht beantworten, was geschehe, wenn Unternehmen die selbst gesteckten Ziele verfehlen. Da sei man, so die Ministerin wortkarg, noch in der „konzeptionellen Phase“.

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