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BMW kürzt Briten Teepause: Goodbye, Teatime

BMW kürzt Briten Teepause

Goodbye, Teatime

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    Die BMW-Bosse kürzen den Briten die Teepausen. Die Produktion des Mini ist bedroht.
    Die BMW-Bosse kürzen den Briten die Teepausen. Die Produktion des Mini ist bedroht. Foto: DPA

    London Es gibt Zoff um ein Nationalheiligtum der Briten. Weil deutsche Bosse die Effizienz steigern und britischen Arbeitern ausgerechnet die Teepausen kürzen wollen, könnte die Mini-Produktion in Cowley bei Oxford schon bald stillstehen. Erstmals seit 1984 droht die Belegschaft, die das kleine Kultauto für BMW baut, mit Streik. Die „Teepausen-Räuber“ aus Deutschland sind längst im ganzen Königreich ein Thema.

    „Der Vorschlag von BMW ist eine Beleidigung für die Arbeiter“, poltert Fred Hanna, Regionalchef bei der Gewerkschaft Unite. Er hat die feine englische Art nicht als Einziger abgelegt: Am Fließband im Mini-Werk tobt ein skurriler Kulturkampf, der von ein paar Tassen dampfendem Earl Grey befeuert wird. Kein Tee, keine Minis – so lautet die unmissverständliche Ansage von 98 Prozent der Belegschaftsmitglieder.

    Täglich sind den Arbeitern zusätzlich zur Mittagspause 53 Minuten bezahlte Auszeit vom Fließband gestattet. Auf elf Minuten sollen sie nun verzichten. Erst dann fließen sechs Prozent Lohnerhöhung. Für Hanna ist der Vorschlag der Sparfüchse und Optimierungsstreber aus Deutschland ein Angebot voller Haken: „Wir sollen unsere Lohnerhöhung durch Mehrarbeit selbst finanzieren.“ Der Raub der Teepausen sei „respektlos“.

    Mittlerweile steht die elfte Gesprächsrunde an

    Die deutsche Konzernzentrale mahnt – ganz wie zu erwarten ist – zu Sachlichkeit. Während für Briten die gepflegte Tasse Tee eine zivilisatorische Errungenschaft ist, sprechen die Teutonen nüchtern von „persönlicher Verteilzeit“. Und genau die, so BMW-Sprecher Jochen Frey, sei am Standort Oxford mit 53 Minuten für eine 10,5-Stunden-Schicht überdurchschnittlich hoch.

    Mittlerweile ist selbst das Krawallblatt Sun den Teetrinkern im Mini-Werk zur Hilfe gesprungen. Die vermeintlich fleißigen Deutschen, so enthüllte die Murdoch-Postille kürzlich, würden noch länger Pause machen als die armen Angelsachsen: Bei BMW in Deutschland soll es an einem Achtstundentag ganze 50 Minuten fürs Kaffeetrinken bei vollem Lohnausgleich geben. Kein Wunder, dass sich da in Oxford ziemlich starker Unmut zusammenbraut.

    Dabei könnten beide Parteien vor Freude jubeln. Das Werk ist ausgelastet, im ersten Quartal 2012 haben die Bayern in Oxford so viele Minis vom Band rollen lassen wie in keinem anderen zuvor. „Eben weil die Nachfrage riesig ist, müssen wir lange Pausen infrage stellen“, argumentieren die deutschen Bosse. Da kann man Fred Hanna nur laut seufzen hören.

    Am 26. April läutet er gegen die Teepausen-Räuber die nächste und elfte (!) Gesprächsrunde ein. „Danach sind wir binnen kürzester Zeit streikbereit“, so der Gewerkschaftler. Bei BMW in München gibt man sich indessen gelassen, ganz nach dem Motto: Kein Aufguss wird so heiß getrunken, wie er gekocht wird. Wenn das mal kein Irrtum ist.

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