Zum Deutschen gehört das Automobil wie zum Trachtler die Lederhose. So hat man es gelernt, so erlebte man es, so soll es sein. Ein geflügeltes Wort lautet: Am Pkw sollt ihr erkennen, wer ich bin. Grob gerastert sah das jahrzehntelang folgendermaßen aus: Millionäre fahren Mercedes S-Klasse, Lehrer Volvo, Arbeiter kleinere Volkswagen, Gebraucht- oder Importautos.
Willst du hip sein, dann habe gar kein Auto
Es gab eine Zeit, da konnte man hierzulande am Pkw den gesellschaftlichen Status ablesen. Heute wird das zunehmend schwerer. Zumal der sogenannte Megatrend in eine andere Richtung geht. In Metropolen nämlich, wo die neuen Strömungen geboren werden, ist nicht mehr der hip, der ein spektakuläres Auto besitzt, sondern der, der darauf verzichtet.
Dies unterstreicht eine Studie der Universität Duisburg-Essen. Ohne Firmenfahrzeuge sind in Deutschland 38,6 Millionen Autos zugelassen. Bei 81,9 Millionen Einwohnern besitzen also 1000 Einwohner 472 Pkw. In den deutschen Millionenstädten Berlin, Hamburg, München und Köln sind es deutlich weniger. Da kommen auf 1000 Einwohner nur mehr 322 private Pkw. Es gilt die Regel: Je ländlicher eine Gegend ist, umso mehr Autos besitzen die Bürger.
Carsharing kommt in Mode
Der Trend aus den Metropolen wird der Studie zufolge langfristig nicht ohne Auswirkung auf die Landbevölkerung bleiben. Selbst dort, wo es noch keine ausreichende Struktur öffentlicher Verkehrsmittel gibt, kämen langfristig Carsharing und andere alternative Mobilitätsangebote in Mode, heißt es.