Dienstag, 21. Mai 2013

13. Mai 2012 12:55 Uhr

Telekommunikation

Günstigere Urlaubsgrüße

Zu Beginn der Sommerferien sinken die Gebühren für mobiles Telefonieren und Surfen in der EU. Langfristig sollen im Ausland die gleichen Tarife wie im Inland gelten

Ab Juli haben Urlauber gut lachen: Kostenfallen beim Handytelefonieren und mobilen Surfen sollen dann dem Ende angehören.
olly/Fotolia.com

Brüssel Vom Strand aus schnell mal Bilder an die Freunde verschicken, Mails abrufen oder online den Weg zum nächsten Ausflugsziel anschauen: All das kostet Handynutzer im Ausland viel Geld. Erstmals setzt die EU-Kommission der Telekombranche nun Preisobergrenzen für Datendownloads im EU-Ausland. Vom 1. Juli an gelten auch für grenzüberschreitende Telefonate und SMS neue Gebühren. 2016 soll das gefürchtete „Roaming“ ganz verschwunden sein.

Was ist „Roaming“ überhaupt?

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Das Wort stammt aus dem Englischen und bedeutet „umherwandern“. In der Welt der Telekommunikation steht das für die Möglichkeit, auch in ausländischen Mobilfunknetzen zu telefonieren, angerufen zu werden oder SMS und Daten auszutauschen. Die Anbieter verlangen für die Weiterleitung von Gesprächen und Daten Gebühren, sogenannte Roaming-Gebühren. Der EU-Kommission zufolge entfallen rund vier Prozent des gesamten EU-Mobilfunkmarktes auf „Roaming“, das entspricht fünf Milliarden Euro Umsatz.

Was zahlen Verbraucher derzeit?

Wer sein Handy im Ausland nutzt, muss mit hohen Zusatzkosten rechnen, kritisiert die EU-Kommission. „Die Leute haben es satt, böse Überraschungen zu erleben, wenn sie ihre Rechnung bekommen“, sagt die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes. Sie beklagt, dass viele Verbraucher ihr Handy im Ausland abschalten, weil sie die Kostenfalle fürchten: „Ein Mobiltelefon sollte mobil sein.“ Seit Jahren versucht Brüssel, in Europa die Preise durch Regulierung zu drücken. Seit 2007 gibt es schon Obergrenzen, die seitdem kontinuierlich sinken. Doch sie hatten lediglich zur Folge, dass die Telekom-Firmen jeweils knapp darunter blieben – auch wenn weitere Preissenkungen möglich gewesen wären.

Was ändert sich am 1. Juli?

Ab diesem Stichtag gelten neue gesetzliche Obergrenzen, die nach EU-Angaben 75 Prozent niedriger als 2007 sind. Ein Anruf aus dem europäischen Ausland kostet dann maximal 29 statt 35 Cent pro Minute (ohne Mehrwertsteuer). Bis 2014 sinkt die Summe schrittweise auf 19 Cent. Für eine SMS dürfen statt 11 nur noch 9 Cent berechnet werden, bis 2014 nur noch 6 Cent. Bis 2016 sollen im EU-Ausland die gleichen Tarife wie im Inland gelten; dann wäre das Roaming abgeschafft.

Was ändert sich beim Internet-Surfen im Ausland?

Ab 1. Juli dürfen Anbieter maximal 70 Cent vor Steuern pro Megabyte Datenvolumen verlangen, ab 2014 maximal 20 Cent. Heutzutage zahlt ein Nutzer nach EU-Angaben oft noch bis zu vier Euro. Ein Megabyte entspricht etwa 100 Mails ohne Anhang, weniger als eine Stunde Internet-Surfen oder einer Minute Musik-Download im MP3-Format.

Was kann man im Urlaub und auf Geschäftsreisen noch tun?

Verbraucherschützer raten, die Handy-Mailbox vor der Reise ins Ausland auszuschalten oder im Urlaub nicht abzuhören, um Kosten zu sparen. Wer in der Nähe der deutschen Grenze Urlaub macht, kann prüfen, ob er ins deutsche Mobilfunknetz wechseln kann. Bei Smartphones sollte der Besitzer einige Funktionen ausschalten. Viele Firmen bieten darüber hinaus Pakete fürs Ausland an.

Was ändert sich beim Telefonieren außerhalb der EU?

Die Regeln gelten nur für Europa, nicht aber für Übersee oder Asien.

Welche neuen Rechte haben Telefonkunden in Deutschland?

Mit der Reform des Telekommunikationsrechts sollen Wechsel zu einem neuen Anbieter und die Mitnahme von Rufnummern einfacher werden. Wartezeiten bei Service-Nummern werden nach einer Übergangszeit kostenlos. Handynutzer können verhindern, dass über ihre Telefonrechnung Online-Services von Fremdanbietern abgerechnet werden. Sie können auch gegen einzelne Rechnungsposten Widerspruch einlegen, ohne dass eine Anschlusssperre droht. Im Festnetz ist das schon länger möglich. (dpa)

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