Montag, 25. September 2017

19. Februar 2010 19:23 Uhr

Tipps

Lufthansa-Streiks: Was Reisende wissen müssen

Der Lufthansa droht einer der größten Streiks ihrer Geschichte. Ab Montag um 0 Uhr wollen die Piloten für vier Tage ihre Arbeit niederlegen. Wir geben einen Überblick, was Reisende jetzt wissen müssen. Von Michael Stifter

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Pilot der Lufthansa.

Tausende Passagiere müssen damit rechnen, dass sich Flüge verspäten oder sogar ausfallen. Auch Bahnfahrer könnten die Folgen des Pilotenstreiks zu spüren bekommen. Denn Lufthansa-Kunden dürfen kostenlos auf den Zug ausweichen. In manchen Waggons dürfte es also eng werden. Darauf sollten Reisende achten:

Informieren Auf der Internetseite www.lufthansa.com listet die Airline im Bereich "Info & Service" unter "Ankunft und Abflug" verspätete oder gestrichene Flüge auf. Dort findet man auch einen Sonderflugplan für die Streiktage. Zudem hat die Lufthansa unter 0800-850 60 70 eine kostenfreie Telefonnummer eingerichtet. Hier erhalten Kunden Informationen zu möglichen Umbuchungen und Stornierungen.

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Umbuchen Wer im Zeitraum von Montag bis Donnerstag kommender Woche fliegen wollte, kann für dieselbe Strecke kostenlos auf einen anderen Termin umbuchen. Das geht nach Angaben der Lufthansa aber nur, wenn das Ticket vor dem 18. Februar ausgestellt wurde und das Ersatzreisedatum vor dem 31. Mai liegt.

Stornieren Wer nicht auf einen anderen Termin ausweichen kann oder will, hat die Möglichkeit, sein Ticket für einen betroffenen Flug zu stornieren. Passagiere, die davon Gebrauch machen, bekommen ihr Geld zurück - entweder von der Lufthansa oder im Reisebüro, das ihr Ticket ausgestellt hat.

Bahn fahren Reisende, deren Flüge ausfallen, können kostenlos auf die Deutsche Bahn ausweichen. Dies gilt allerdings nur für Strecken innerhalb Deutschlands. Es gibt mehrere Wege, um an eine Zugfahrkarte zu kommen:

"Wer einen Flugschein hat, auf dem Start und Ziel eingetragen sind, braucht kein zusätzliches Ticket. Er kann sich einfach in einen Zug mit der gleichen Strecke setzen", sagte ein Bahnsprecher auf Anfrage unserer Zeitung.

Wer sich ein elektronisches Ticket (etix) am Computer ausgedruckt hat, kann dieses an einem Check-In-Automaten der Lufthansa in einen Reise-Gutschein umwandeln lassen.

Als dritte Alternative können Kunden auch ein Bahnticket kaufen und dieses zusammen mit dem elektronischen Flugschein zur Rückerstattung bei der Lufthansa einreichen. Wichtig bei allen drei Varianten: Die Bahnfahrkarte muss für das gleiche Ziel gebucht werden und in der gleichen Reiseklasse ausgestellt sein wie das Flugticket.

Auf Probleme einstellen Experten fürchten, dass die Bahn dem Ansturm der verhinderten Lufthansa-Passagiere nicht gewachsen sein könnte. Aufgrund von Problemen mit der ICE-Technik fahren derzeit auf einigen Routen verkürzte Züge, die ohnehin schon überfüllt sind. "Vor allem auf den Strecken Köln-Frankfurt und Hamburg-München drohen Kapazitätsprobleme", sagt Karl-Peter Neumann, Chef des Fahrgastverbandes Pro Bahn. Auch die Gewerkschaft Transnet warnt vor Engpässen.

Die Bahn selbst rechnet nicht mit größeren Schwierigkeiten. "Die Zahl an Fluggästen, die auf Züge ausweichen, wird im Vergleich zur Zahl der täglichen Bahnkunden relativ gering sein", teilte der Konzern am Freitag mit. Sollte es zu Problemen kommen, werde man kurzfristig einzelne zusätzliche Züge einsetzen. Informationen zum Bahnangebot gibt es im Internet unter www.bahn.de oder telefonisch unter 01805- 99 66 33 (14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz).

Sonderfall Germanwings Auch Kunden der Lufthansa-Billigtochter Germanwings haben das Recht zu stornieren oder umzubuchen. Das Ersatzreisedatum muss dann allerdings vor dem 25. März liegen und den gleichen Abflug- und Zielort haben wie der gebuchte Flug.

Vielleicht ist ein Ausweichen aber gar nicht nötig: Germanwings hat angekündigt, dass zwei Drittel aller Flüge stattfinden werden. Welche das sind, können Passagiere im Internet unter www.germanwings.com oder unter der kostenlosen Telefonnummer 0800-66 44 935 herausfinden. (mit afp)

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