Das meldete die "Passauer Neue Presse" unter Berufung auf eine Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion. Demnach wird das sogenannte Sicherungsniveau vor Steuern von derzeit 50,8 Prozent um etwa ein Zehntel auf 45,2 Prozent abnehmen.
Das Sicherungsniveau gibt das Verhältnis zwischen der Rente, die ein Durchschnittsverdiener nach 45 Jahren erhält, und dem aktuellen Durchschnittseinkommen an. Das Sinken des Rentenniveaus ist demnach Folge der Reformen, in deren Zusammenhang beispielsweise die Riester-Rente als private Ergänzung eingeführt worden war. Laut Gesetz soll das Rentenniveau ab 2021 die Marke von 43 Prozent nicht unterschreiten.
Für die Bundesregierung ist freilich schon lange klar: Wer im Alter mit dem Einkommen auskommen will, muss zusätzlich vorsorgen. Die gesetzliche Rente werde absehbar immer stärker von den Löhnen abgekoppelt.
Ein Ministeriumssprecher wies auf Anfrage darauf hin, dass auf das sinkende Rentenniveau seit Jahren aufmerksam gemacht werde. Die Zahlen seien daher keine Überraschung. Auch im jüngsten Rentenbericht der Bundesregierung finden sich diese Hinweise. Deshalb rate man zur zusätzlichen Altersvorsorge mit der staatlich geförderten Riester-Rente.
Linke fordert wieder Mindestrente
Linksparteichef Klaus Ernst forderte unterdessen erneut eine Mindestrente. "Die Renten sind im freien Fall. Es muss eine verbindliche Untergrenze geben, die Altersarmut verhindert", verlangte Ernst in der "Passauer Neuen Presse". Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die Bundesregierung zu Maßnahmen gegen die Altersarmut aufgefordert.
Erst kürzlich war bekannt geworden, dass schon heute immer mehr Rentner arbeiten. AZ, dapd