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Siemens zieht Notbremse: Osram stoppt Börsengang

Siemens zieht Notbremse

Osram stoppt Börsengang

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    Der Bösengang von Osram, Licht-Tochter des Siemens-Konzerns, ist vorerst verschoben.
    Der Bösengang von Osram, Licht-Tochter des Siemens-Konzerns, ist vorerst verschoben. Foto: dpa

    Noch in diesem Herbst sollte Osram das Licht der Börse erblicken. So hatte es der Mutterkonzern Siemens Ende März verkündet. Für diese Pläne sieht es nun aber zunehmend düster aus. Aus Finanzkreisen ist zu hören, dass der Münchener Elektrokonzern den Börsengang der Licht-Tochter auf unbestimmte Zeit verschieben will. Aufgrund der jüngsten Abstürze an den Aktienmärkten sehe man keine Chance, zum gewünschten Preis genügend Investoren zu finden.

    Eine offizielle Absage von Siemens steht noch aus. „Es gibt in der Sache nichts Neues“, sagte ein Sprecher unserer Zeitung. Auch bei Osram selbst hält man sich bedeckt.

    Analyst Rossen Koev von Independent Research glaubt nicht mehr an einen Osram-Börsengang in diesem Jahr. Damit habe Siemens die richtige Entscheidung getroffen: „Das allgemeine Umfeld für einen Börsengang ist derzeit ungünstig.“ Zudem trübten sich die Geschäftsaussichten des Leuchtenherstellers zuletzt ein. Die Rohstoffe haben sich stark verteuert, zugleich verstärkt sich der Preisdruck in der Branche. „All das führt zu sinkenden Margen“, sagt Koev. Derzeit bewerten die Analysten die Siemens-Tochter mit 4,1 Milliarden Euro. Im Frühling hatten sie noch 5,8 Milliarden Euro veranschlagt.

    Osram benötigt neues Kapital

    Noch vor wenigen Tagen hatte Siemens-Chef Peter Löscher betont, dass er an den Plänen, sich mehrheitlich von Osram zu trennen, festhalte. „Das tatsächliche industrielle Umfeld ist unzweifelhaft besser als die Stimmung an den Finanzmärkten“, sagte er in einem Interview. Ursprünglich wollte Siemens die profitable Tochter an die Börse bringen, dabei aber Anker-Aktionär bleiben. Osram benötigt neues Kapital, da in den nächsten Jahren milliardenschwere Investitionen, etwa in die LED-Technik, nötig sind. Siemens war nicht bereit, das Geschäftsfeld weiterzuentwickeln.

    Osram beschäftigt in Augsburg und Schwabmünchen gut 2000 Mitarbeiter. Da nach einem Börsengang mehr Mittel für Investitionen zur Verfügung stehen, hatte auch die IG Metall den Plänen zugestimmt. Der Augsburger IG-Metall-Chef Jürgen Kerner spricht nun von einer ungünstigen „Hängepartie“, in der auch nötige Investitionen vertagt würden: „In unsicheren Zeiten wäre es die richtige Reaktion, wenn Siemens Osram behalten würde. Aber dann muss auch investiert werden.“

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