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18. Dezember 2009 21:19 Uhr

Energie

Strompreis unter Dampf

Einige Stromanbieter erhöhen zum Jahreswechsel ihre Tarife - auch in unserer Region. Der wachsende Wettbewerb setzt den Steigerungen immerhin Grenzen. Von Michael Kerler

Heizkraftwerk

Es ist ein bitteres Präsent zu Weihnachten: Viele Bürger müssen zum Jahresende mit höheren Strompreisen rechnen. Städtische Betreiber und überregionale Unternehmen haben für Anfang 2010 teils zweistellige Preisaufschläge angekündigt. Das Internetportal Verivox ermittelte Mitte Dezember rund 140 Versorger, die ihre Kunden stärker zur Kasse bitten möchten. Doch es gibt Ausnahmen: In unserer Region bleiben bei vielen Anbietern die Preise stabil oder sinken sogar.

Die Kunden der Augsburger Lechwerke (LEW) müssen sich darauf einstellen, dass auch sie nächstes Jahr mehr fürs Waschen, Kochen, Fernsehen und den Betrieb anderer Elektrogeräte zahlen müssen: Der Grundversorgungstarif wird um 3,9 Prozent teurer, der neue Sondertarif Avanza um 4,2 Prozent. Ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden muss damit rund 30 Euro mehr im Jahr zahlen, rechneten die LEW kürzlich vor.

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Viele Anbieter in der Region geben aber Entwarnung: Die Augsburger Stadtwerke haben dieses Jahr ihren Strompreis konstant gehalten und werden ihn auch zum Jahreswechsel nicht erhöhen, ist im Kundencenter zu erfahren. Auch die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) schonen den Geldbeutel ihrer Kunden. "Bei unseren Stromtarifen ändert sich am 1. Januar nichts", sagt Sprecher Bernd Jünke. Die Stadtwerke würden versuchen, die Preise auch im kommenden Jahr konstant zu halten. Sollte es auf dem Energiemarkt unerwartete Änderungen geben, müsste jedoch auch die SWU die Tarife neu berechnen.

Eine erfreuliche Entwicklung gibt es am Bodensee: Die Stadtwerke Lindau haben angekündigt, ihren Strompreis um 0,2 Cent pro Kilowattstunde zu senken. Für den oben genannten durchschnittlichen Haushalt bedeutet dies eine kleine Ersparnis von sieben Euro pro Jahr. Die Allgäuer Überlandwerke (AWÜ) halten ihre Preise zumindest konstant.

Begründet werden höhere Strompreise bei den Anbietern fast immer mit höheren Einkaufspreisen und den Kosten für den Ökostrom. Nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft steigt die Vergütung an Betreiber von Solar-, Wind- und Biomasseanlagen weiter. Dieses Jahr waren es rund 10 Milliarden Euro, nächstes Jahr werden es 12, 7 Milliarden sein.

Nach Angaben des Internet-Vergleichsportals Toptarif zahlten die rund 40,1 Millionen Haushalte heuer rund 2,1 Milliarden Euro mehr für ihren Strom als 2008. Außerdem "dürfte sich die Preisspirale 2010 nach oben drehen", orakelt Thorsten Bohg von Toptarif.

Der Chef der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, hält die Argumente der Unternehmen für eine Anhebung der Preise teilweise für vorgeschoben. Die zunehmende Einspeisung von erneuerbarer Energie mache eine Preiserhöhung von nur 0,2 Cent je Kilowattstunde aus, sagt er.

Verbraucher sollten deshalb zur stärksten Waffe greifen, rät Kurth: dem Anbieterwechsel. Waren die Haushalte lange zurückhaltend, hat sich dieses Bild gewandelt. Laut Netzagentur haben 2008 rund zwei Millionen Haushalte den Stromversorger gewechselt.

Ob der Strom 2010 wirklich teurer wird, ist ungewiss: Die Bundesnetzagentur hat für einen fairen Netzzugang gesorgt und den Wettbewerb unter den Anbietern verschärft. Und der Vorstandschef der Eon Energie, Klaus-Dieter Maulbach, sieht sogar eine Chance, dass die Preise sinken: Die niedrigen Kosten für Öl und Kohle haben die Erzeugerpreise gedrückt. Von Michael Kerler und unseren Nachrichtenagenturen

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