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Automobilindustrie: Südkorea: Die neue Automacht

Automobilindustrie

Südkorea: Die neue Automacht

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    Der südkoreanische Autohersteller Hyundai und seine Schwesterfirma Kia gehören zu den am schnellsten wachsenden Marken weltweit.
    Der südkoreanische Autohersteller Hyundai und seine Schwesterfirma Kia gehören zu den am schnellsten wachsenden Marken weltweit. Foto: Larry W. Smith, dpa Bildfunk

    Das Filmchen ist unter Fans als Youtube-Hit legendär. VW-Chef Martin Winterkorn sitzt bei der Autoausstellung in Frankfurt 2011 in einem Hyundai i30 und lässt die Lenkradverstellung auf- und zuschnappen. „Da scheppert nix”, stellt er trocken fest.

    Was einem Perfektionisten wie Winterkorn ziemlich ärgert: „Warum kann’s der? BMW kann’s nicht, wir können’s nicht. Warum kann’s der?”, fragt er sich laut. Neben ihm sitzt VW-Designer Klaus Bischoff. Der versucht zu erklären: „Wir hatten ja mal eine Lösung, die war aber zu teuer ...”

    Volkswagen nimmt Konkurrenz aus Asien ernst

    Es ist nur eine kleine Szene, aber sie verdeutlicht, dass man bei Volkswagen die Konkurrenz aus Korea ernst nimmt beziehungsweise ernst nehmen muss. Was früher Toyota war, ist heute die Motorgruppe Hyundai-Kia, die in Europa im vergangenen Jahr enorm Boden gutmachte. Waren es früher vor allem Kleinwagen, die den Erfolg der Asiaten ausmachten, zielt deren Strategie längst auf die Mittelklasse.

    Hyundai und Kia waren auf dem schrumpfenden Markt in Europa im vergangenen Jahr die Siegermarken. Weltweit wurden erstmals mehr als sieben Millionen Autos verkauft – das ist Platz fünf unter den Herstellern. Volkswagen mit seinen elf Marken belegt derzeit Platz zwei. Der Absatz betrug 2009 knapp neun Millionen Fahrzeuge.

    Hyundai und Kia gehören zu den am schnellsten wachsenden Marken

    Für dieses Jahr hat Konzernchef Chung Mong Koo eine vorsichtige Prognose ausgegeben. Aufgrund der Autokrise peilt er offiziell nur ein moderates Wachstum auf 7,4 Einheiten an. Intern aber sind die Erwartungen deutlich höher.

    Kein Wunder, die beiden streng getrennt voneinander arbeitenden Schwestern Hyundai und Kia gehören zu den am schnellsten wachsenden Marken (in den vergangenen drei Jahren 40 Prozent, VW 32 Prozent). Und dass soll nach Meinung der Manager aus Seoul auch so bleiben.

    Pro Mitarbeiter verkauft Hyundai 52 Autos

    Die Zeiten, als die Koreaner nur eine preisgünstige Alternative auf dem Automarkt waren, sind längst vorbei. „Hyundai hängt VW ab“, titelte die Wirtschaftswoche bereits vor Monaten und ließ sich vom Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer die Stärken des Hyundai-Konzerns analysieren.

    Im Vergleich der besten sechs Hersteller schreiben die Koreaner mit 9,7 Prozent die höchsten Gewinnmargen (VW 6,9 Prozent). Und auch bei der Produktivität macht den Asiaten keiner etwas vor. Pro Mitarbeiter werden 52 Autos verkauft. Dudenhöffers Kommentar: „Das ist eine enorme Leistung.“ VW kommt auf 15 Fahrzeuge.

    Dazu kommt, dass Hyundai technisch aufgeholt hat. Dafür steht beispielsweise das 80-köpfige Team von Motoren- und Getriebeentwicklern in Rüsselsheim. Und im Gegensatz zu VW, Audi, BMW, Mercedes und Co., die nur zwei Jahre Garantie geben, bieten die Koreaner sieben Jahre.

    Deutscher Designer im Präsidium

    Auch in Sachen Design – der Kaufgrund Nummer eins – sind die Koreaner vorne mit dabei. Unter anderem der frühere Audi- und VW-Designchef Peter Schreyer sorgt dafür, dass die Flitzer aus Fernost auch optisch gut aussehen. Über den kürzlich als ersten Europäer ins Präsidium des Konzerns berufenen Kreativdirektor sagt VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch: „Wir hätten ihn nicht gehen lassen dürfen.“

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