Wegen des Verdachts der Bestechung von Amtsträgern sind am Donnerstag in Baden-Württemberg Geschäftsräume des Rüstungskonzerns Heckler & Koch sowie Privaträume durchsucht worden. Verantwortlichen des Unternehmens werde vorgeworfen, seit mehreren Jahren Amtsträger in Mexiko durch Zuwendungen von Bargeld bestochen zu haben, um Lieferaufträge für Waffen zu erlangen, teilte die Staatsanwaltschaft Stuttgart mit.
Darüber hinaus bestehe ein Anfangsverdacht, dass in diesem Zusammenhang auch in Deutschland Amtsträger bestochen worden sein könnten. Hintergrund der Durchsuchungen sind laut Staatsanwaltschaft Waffenlieferungen des Herstellers nach Mexiko in den Jahren 2005 bis 2010.
Lieferung ohne Ausfuhrgenehmigung
Eine Unternehmenssprecherin bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd, dass es Durchsuchungen gegeben hat. Eine Stellungnahme wollte sie zunächst aber nicht abgeben. Bereits im Dezember 2010 waren die Geschäftsräume des Unternehmens mit Sitz in Oberndorf im baden-württembergischen Landkreis Rottweil durchsucht worden. Der Waffenhersteller soll seit Ende 2005 Kriegswaffen an die Polizeibehörden von vier mexikanischen Bundesstaaten ohne Ausfuhrgenehmigung geliefert haben.
Ins Visier der Staatsanwaltschaft ist das Unternehmen jüngst auch geraten, weil es illegal Sturmgewehre an das Regime des früheren libyschen Machthabers Muammar-al-Gaddafi geliefert haben soll. Heckler & Koch stellt Pistolen, Maschinenpistolen, Sturmgewehre, Scharfschützengewehre, Maschinengewehre und Granatmaschinenwaffen her. dapd