Der Heizenergie-Verbrauch der Deutschen von September 2010 bis Mai 2011 lag nach Angaben des Messunternehmers Brunata-Metrona aus Hamburg um sechs Prozent höher als in den zehn Jahren zuvor. Schuld daran sind die kühlen Temperaturen und das schlechte Wetter in dem Zeitraum.
Und weil das Heizöl wesentlich teurer geworden ist, könnte die Heizkostenabrechnung für so Manchen eine unangenehme Überraschung liefern. "Wir können den Mietern nur empfehlen, ein wenig Geld beiseite zu legen", sagt Ulrich Ropertz, Sprecher des Deutschen Mieterbundes (DMB) in Berlin. Für eine durchschnittliche 70-Quadratmeter-Wohnung seien für das Kalenderjahr 2010 Heizkostennachzahlungen von 20 bis 25 Prozent zu erwarten, das könnten leicht 140 oder 150 Euro sein. Genau könne man dies allerdings nicht sagen, da die Nachzahlung auch vom Einkaufspreis des Heizöls, den der Vermieter gezahlt hat, und auch vom Abrechnungszeitraum abhängt.
Heizölpreis steht vor Rekordhoch
Es ist wahrscheinlich, dass es auch im nächsten Jahr zu hohen Nachzahlungen kommen wird. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Sorte Brent lag in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nach Berechnungen des Hamburger Energie-Informationsdienstes EID im Durchschnitt bei 112 Dollar, das sind 30 Dollar mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der aktuelle Preis ist noch höher als der Durchschnitt des ersten Halbjahres. Entsprechend teuer war Heizöl mit durchschnittlich 83 Euro für 100 Liter, 18 Euro mehr als im ersten Halbjahr 2010. Aktuell steuert der Preis eher auf 90 Euro zu. Das ist nicht mehr weit entfernt vom Rekordpreis von knapp 100 Euro im Sommer 2008.
Aber nicht nur Mieter, sondern auch Eigenheimbesitzer sind vom Ölpreis betroffen. "Es kommt allerdings schon sehr auf den Brennstoff an", sagt Alexander Wiech vom Verband Haus&Grund in Berlin. So verteuerte sich Öl innerhalb eines Jahres um 17 Prozent, Gas dagegen nur um 3,7 Prozent (Vergleich Monat Mai). Der Gaspreis folgt zwar in der Tendenz dem Ölpreis, aber mit Verzögerung und die weniger heftigen Ausschlägen nach oben und unten. Momentan profitieren die Gaskunden von der viel kritisierten Ölpreisbindung. "Für ein Ein-Familien-Haus mit Ölheizung rechnen wir in diesem Jahr mit 200 bis 400 Euro höheren Heizkosten, je nachdem, wie modern Heizanlagen und Wärmedämmung sind", sagt Wiech. dpa/AZ
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