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Konjunktur: Wirtschaftsstimmung ist überraschend gestiegen

Konjunktur

Wirtschaftsstimmung ist überraschend gestiegen

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    Wirtschaftsstimmung hellt sich wieder auf
    Wirtschaftsstimmung hellt sich wieder auf Foto: DPA

    Die deutsche Wirtschaft und die Verbraucher sehen dem neuen Jahr wieder etwas zuversichtlicher entgegen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg überraschend von 106,6 auf 107,2  Punkten im November auf 107,2 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag mitteilte. Beobachter hatten mit einem Rückgang auf 106,0 Punkte gerechnet. "Die deutsche Wirtschaft scheint dem Abschwung Westeuropas erfolgreich zu trotzen", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Dienstag in München. Die Binnennachfrage sei eine wichtige Stütze.

    Forschungsinstitut erwartet Rückgang

    Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) und das Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) sagten voraus, dass die Konjunktur nach einer Delle ab Jahresmitte wieder Fahrt aufnimmt. Die Arbeitslosigkeit gehe weiter zurück. Pessimistischer ist das gewerkschaftsnahe Wirtschaftsforschungsinstitut IMK: Es erwartet für 2012 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung.

    Abkühlung statt Absturz

    Trotz Eurokrise und globaler Konjunkturabkühlung bewerten die vom Ifo-Institut befragten Unternehmen ihre Geschäftslage im Dezember unverändert gut. Die Aussichten für das nächste halbe Jahr wurden zum zweiten Mal in Folge besser bewertet. Vor allem die robuste Binnenkonjunktur sorgt dafür, dass Deutschland jetzt eine "Abkühlung, aber keinen Absturz" erlebt, erklärte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger.

    Mehr Investitionen

    Sowohl die Bauunternehmen als auch die Groß- und die Einzelhändler beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage und ihre weiteren Geschäftsaussichten günstiger als noch im November: "Das zeigt die sehr, sehr gute Situation im Inland." Der stabile Arbeitsmarkt, höhere Löhne und die Unsicherheit gegenüber dem Euro führten dazu, "dass die Leute ihr Geld ausgeben". In den Wohnungsbau, aber auch in den Gewerbebau werde viel investiert.

    Stellenaufbau gebremst

    Die Industrie bewertete ihre Geschäftslage im Dezember nicht mehr so gut wie im November, aber die Aussichten für das nächste halbe Jahr verbesserten sich. Die zuletzt stark gedämpften Exporterwartungen hätten sich etwas gefangen: "Auch im Auslandsgeschäft rechnet man nicht mit einem Einbruch", sagte Abberger. "Der Eurozone steht eine Rezession ins Haus. Aber Deutschland kann sich ein Stück weit absetzen, hier ist die Situation deutlich besser", erklärte der Wirtschaftsforscher.

    Der Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt dürfte sich verlangsamen - das Übergewicht der Unternehmen, die ihre Stammbelegschaft vergrößern wollen, wurde etwas kleiner. "Die Unternehmen sind ein bisschen vorsichtiger geworden, aber es ist keine Wende zum Schlechteren in Sicht", sagte Abberger.

    RWI und IfW erwarten 0,5 und 0,6 Prozent Wachstum

    Das RWI erwartet im nächsten Jahr noch 0,6 Prozent Wachstum, das IfW 0,5 Prozent. Im zu Ende gehenden Jahr 2011 dürfte die Wirtschaft noch um drei Prozent zugelegt haben. Im Winterhalbjahr erwartet das RWI eine Stagnation, aber im Jahresverlauf dürfte sich die Konjunktur wieder etwas beleben.

    Weniger Arbeitslose im Jahr 2012

    Treiber sei die Konsumnachfrage. Das IfW rechnet dann auch wieder mit mehr Investitionen. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte 2012 um weitere 110.000 sinken, erklärten die Kieler Wirtschaftsforscher.

    Deutlich zurückhaltender gibt sich das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Es rechnet 2012 mit einem Schrumpfen der Wirtschaft um 0,1 Prozent. Die wirtschaftliche Entwicklung werde "alles andere als erfreulich sein", sagte IMK-Direktor Gustav Horn. Eine Rezession erwartet er jedoch nicht.

    Konsumklima stabil

    Der GfK-Konsumklimaindex blieb im Dezember unverändert. Die Verbraucher schätzten die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland optimistischer ein und rechneten mit höheren Einkommen. Die Anschaffungsneigung allerdings brach überraschend ein. Die Verbraucher hätten größere Weihnachtsgeschenke wohl schon im November gekauft, sagte GfK-Meinungsforscher Rolf Bürkl. "Die Kauflaune liegt immer noch auf einem hohen Niveau." Gefragt seien derzeit vor allem Immobilien und Goldschmuck. dapd/AZ

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