Startseite
Icon Pfeil nach unten
Geld & Leben
Icon Pfeil nach unten

HIV und Aids: Behandelbar, doch unbesiegt: Was Sie über Aids wissen sollten

HIV und Aids

Behandelbar, doch unbesiegt: Was Sie über Aids wissen sollten

  • |
  • |
  • |
    Eine elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt mehrere Humane Immunschwäche-Viren (HIV).
    Eine elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt mehrere Humane Immunschwäche-Viren (HIV). Foto: Gelderblom/Robert Koch Institut (dpa)

    Rund 80.000 Menschen in Deutschland leben mit dem HI-Virus, das Aids auslöst. Dennoch ist die Krankheit aus der Öffentlichkeit und aus dem Bewusstsein vieler Menschen verschwunden. Rund 14.000 Menschen in Deutschland leben mit HIV, ohne es zu wissen. Deshalb ist es besonders wichtig, den Sinn der Gesellschaft wieder dafür zu schärfen.

    Eine Frage, die vermutlich nicht alle Menschen beantworten können, ist die nach der Unterscheidung von HIV und Aids. Oft werden die Begriffe synonym verwendet, tatsächlich ist das Humane Immunschwächevirus (HIV) die Ursache für die Erkrankung Aids. Erst wenn das Virus den Körper so sehr schwächt, dass das Immunsystem Infektionen nicht mehr bekämpfen kann, ist von Aids die Rede. Erst dann wird die Erkrankung lebensgefährlich.

    Kann Aids behandelt werden?

    Die Infektion mit dem HI-Virus kann über Monate unauffällig verlaufen und noch nach Jahren in Aids übergehen. Das Virus richtet Schaden an, indem es die körpereigenen Helferzellen angreift. Da sich HIV in den Helferzellen vermehrt, können diese nicht mehr die Abwehrkräfte des Körpers steuern. So sind Betroffene nicht mehr in der Lage, selbst gegen Viren und Bakterien zu kämpfen.

    Inzwischen gibt es wirksame Medikamente gegen die Vermehrung des HI-Virus im menschlichen Körper. Diese müssen aber lebenslang eingenommen werden. Da es diese Medikamente zur Eindämmung von Aids bereits seit den 90er Jahren gibt, konnten schwere Nebenwirkungen und Langzeitschäden der Mittel behoben werden. Wer früh handelt und gut therapiert wird, hat nach Angaben der Deutschen Aids-Hilfe eine normale Lebenserwartung.

    Müssen wir uns in Europa wegen HIV und Aids Sorgen machen?

    HIV und Aids weltweit: Zahlen und Fakten

    Dank moderner Medikamente (antivirale Therapien) überleben weltweit immer mehr Menschen trotz der Immunschwächekrankheit HIV/AIDS.

    Regionen: HIV/AIDS grassiert weiterhin mit großem Abstand am häufigsten in Afrika südlich der Sahara. Hier leben 23,5 Millionen Menschen mit HIV, darunter auch 3,1 Millionen Kinder. Das sind 90 Prozent aller Kinder, die weltweit infiziert sind. In Süd- und Südostasien haben rund 4,2 Millionen Menschen HIV. Weiter angespannt ist die Lage auch in Osteuropa und Zentralasien mit 1,5 Millionen HIV-Patienten. In der Russischen Föderation stiegen die erfassten Fälle zwischen 2005 und 2010 von rund 39.000 auf 62.500.

    Den größten Fortschritt bei der Versorgung mit Medikamenten gab es in Afrika südlich der Sahara - der Anteil stieg innerhalb eines Jahres von 37 auf 56 Prozent. Weltweit bekommt nun rund die Hälfte aller geeigneten Patienten antivirale Therapien. Der Zugang hängt aber immer von der Region ab: In Osteuropa und Zentralasien erhalten zum Beispiel weniger als ein Viertel der HIV-Patienten Medikamente. Als Folge starben dort 2011 rund 90.000 Menschen an AIDS. 2001 waren es 15.000.

    Geschlecht: HIV/AIDS ist weltweit die Haupttodesursache für Frauen im gebärfähigen Alter. 63 Prozent aller jungen Erwachsenen, die mit HIV leben, sind Frauen vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern. Ein Hauptgrund für die Infektion ist Unwissenheit. Nur ein Viertel der jungen Frauen und rund ein Drittel der jungen Männer in diesen Ländern konnten Fragen zur HIV-Prävention und -Übertragung korrekt beantworten.

    Alter: Das größte Risiko für HIV-Infektionen ist die Jugend. Jeden Tag stecken sich weltweit rund 2400 junge Erwachsene zwischen 15 und 24 Jahren mit HIV an - 2011 waren es insgesamt rund 890.000. 4,9 Millionen junge Leute leben mit der Krankheit, davon 75 Prozent in Afrika südlich der Sahara.

    Obwohl Afrika am stärksten von Aids betroffen ist, müssen auch die anderen Kontinente vorsichtig sein. Osteuropa macht den Experten besonders sorgen, denn dort nimmt die Zahl der HIV-Fälle zu. Das liegt unter anderem daran, dass viele Betroffene Angst haben, sich professionelle Hilfe zu suchen - denn viele gehören zu den stigmatisierten Gruppen wie die der Homosexuellen und die der Drogensüchtigen. Dadurch entsteht zudem eine hohe Dunkelziffer.

    Deutschland ist eines der Länder, in der die Rate von HIV und Aids besonders gering sind. Doch auch hier findet oft eine Stigmatisierung und Ausschließung der Betroffenen statt. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) wissen rund 14.000 Menschen in Deutschland nicht, dass sie der Erreger in sich tragen. Das RKI geht davon aus, dass sich 2013 rund 3.200 Menschen in Deutschland mit HIV infiziert haben. Seit 2006 ist die Zahl der Neuinfektionen pro Jahr ziemlich konstant. dpa/sh

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden