Die Forscher der Universität Tübingen hatten 109 Skelette vom Londoner Friedhof East Smithfield, einem Massengrab, in dem nur Pestopfer von der Zeit zwischen 1348 und 1350 begraben sind, untersucht.
Sie entdeckten dabei den Erreger, der im 14. Jahrhundert für die Pestepidemie in Europa verantwortlich war. An der als "Schwarzer Tod" bekannten Epidemie waren Millionen von Menschen gestorben.
Bei dem Erreger der Seuche handelt es sich um eine Variante des Bakteriums Yersinia pestis, die bisher noch nicht entdeckt worden war. Der Erreger existiere in dieser Form allerdings wohl nicht mehr. Sowohl Menschen als auch Nagetiere bilden nach einem gewissen Zeitraum Resistenzen aus, was die Bakterien zur Veränderung zwinge.
Die Pest brach laut Aufzeichnungen zum ersten mal um 541 v. Chr. aus und sorgt auch heute noch für circa 2000 Erkrankungen pro Jahr. Sie wird als wieder aufkeimend eingestuft.
Heute: Antibiotikum gegen Pest
Die Forscher hatten die Zähne und andere Knochenteile der Skelette einem sogenannten "Screening" unterzogen. Zur Kontrolle wurden die Zähne nicht nur an der Universität Tübingen, sondern auch am Max-Planck-Institut in Leipzig getestet.
Um auszuschließen, dass es sich bei dem Erreger um eventuelle Erbgut-Reste in der DNA der Verstorbenen handelt, wurden außerdem noch weitere Proben von einem Friedhof genommen, dessen Gebeine noch vor Ausbruch der Pest begraben worden waren. Bei ihnen wurden keinerlei Spuren des Bakteriums gefunden.
Auf der afrikanischen Insel Madagaskar waren im vergangenem Frühling über 60 Leute an der Pest gestorben. Die Pest wird durch den Biss von Rattenflöhen übertragen. Als Symptome gelten hohes Fieber, angeschwollene Lymphknoten, Schüttelforst und Kopfschmerzen. Wenn die Krankheit nicht rechtzeitig behandelt wird, kann sie tödlich enden. Oftmals reicht der Einsatz von Antibiotikum als Gegenmittel. AZ