In Bayern sind bis Freitag keine weiteren gefährlich verlaufenden EHEC-Infektionen bekanntgeworden. Es gebe keine Zunahme bei den HUS-Fällen, sagte Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) am Freitag in Nürnberg. 16 Menschen leiden in Bayern bislang unter dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS). Diese lebensbedrohliche EHEC-Ausprägung kann unter anderem zu Nierenversagen führen. Die Zahl der harmloser verlaufenden EHEC-Infektionen ist um zehn gestiegen. Insgesamt wurden bis Freitag im Freistaat mindestens 69 EHEC-Fälle von den Behörden registriert.
Deutschlandweit liege das Zentrum der Darmerkrankungen nach wie vor in Norddeutschland, betonte Söder. Nur zwei Prozent der bundesweiten Fälle seien in Bayern registriert. "Die Lage bleibt dennoch ernst", sagte er. Alle bayerischen EHEC-Fälle stünden im Zusammenhang mit Norddeutschland. "Jeder in Bayern, der an einer EHEC-Infektion leidet, hat sich im Norden Deutschlands aufgehalten."
Solange aber die Quelle für den Darmkeim nicht bekannt sei, könnten allerdings auch keine "pauschalen Entwarnungen" ausgesprochen werden, so Söder. Bayerns Krankenhäuser unterstützen nach seinen Worten Kliniken in Norddeutschland und werden Pflegekräfte dorthin schicken. "Es gibt einen Personalnotstand in norddeutschen Kliniken." Fünf Schwestern und Pfleger aus Nürnberg helfen derzeit in Kiel bei der Versorgung von HUS-Patienten.
Sonderkontrollen bei Gemüse aus Bayern
Unterdessen hat das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) Sonderkontrollen für in Bayern angebautes Gemüse gestartet. Der Bauernverband beziffert die Einnahmeausfälle der Gemüsebauern im Freistaat auf bis zu eine Million Euro täglich.
Das LGL untersucht seit Freitag mit Sonderkontrollen in Bayern angebautes Gemüse, um der Verunsicherung bei den Verbrauchern entgegenzuwirken. 600 zusätzliche Proben sollen genommen werden, die dann in den Laboren des LGL in Oberschleißheim (Landkreis München) und Erlangen untersucht werden. Bei den bisherigen Gemüseproben sei keine EHEC-Belastung im Freistaat festgestellt worden. Die Kontrolleure der Lebensmittelüberwachung sind im Knoblauchsland bei Nürnberg, in der Region Deggendorf/Straubing, im Landkreis Kitzingen und im Raum Dachau und Freising aktiv.